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Olympia 2008 - Countdown in Peking
Entstehung
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standards, auch was daszivilisierte Beneh­men unter seinen Einwohnern angehe, schimpfte er. Damit meinte er nicht nur die grassierende Korruption, die es zu bekämpfen gelte. So wurde im Juni 2006 der ehemalige Vizebürgermeister Pekings Liu Zhihua wegen Korruption bei den olympischen Bauvorhaben entlassen. Er spielte auch auf die weitverbrei­teten Unarten wie Spucken und lautstarkes Räuspern in aller Öffentlichkeit an, die man doch bitte vor aller Welt unterlassen möge. Seitdem streifen 56 Spuckkontroll-Teams durch die Innenstadt, um die Bürger zu erzie­hen. Doch wichtiger sind ihm die nachhaltige Modernisierung und der infrastrukturelle Sprung nach vorn in die Zukunft der Stadt, deren Einwohnerzahl kontinuierlich wachsen wird. Der Sprung soll in großem Maße Ar­beitsplätze schaffende Investitionen in Produk­tion und vor allem in moderne Dienstleistun­gen nach sich ziehen. Ziel ist ein jährliches Pro-Kopf-Einkommen von 10.000 Dollar im Jahr 2010. Grüne Spiele in Gefahr? Die Spiele rücken näher. Erbarmungslos zeigt die rückwärts laufende Uhr am Rande des Platzes des Himmlischen Friedens die schrumpfende Zeit an, die noch verbleibt, um diebesten Olympischen Spiele der Geschich­te hinzubekommen. Die meisten Beobachter sind sich darin einig, dass die Stadt problem­los alle Olympiabauten und geplanten städti­schen Infrastrukturmaßnahmen rechtzeitig fertig stellen wird. In Hinblick auf die Bewältigung der enormen organisatorischen Herausforderungen sind die Meinungen hingegen schon geteilt. Es über­wiegt jedoch noch der Optimismus. Aber die Verwirklichung zentraler Elemente der Vision grüner Spiele steht zumindest gegenwärtig auf dem Spiel. Vor allem die hohe Luftver­schmutzung und das Verkehrschaos auf den Straßen machen den Organisatoren große Sorgen. Die Inspektoren des IOC sind von den derzeitigen Planungen und Vorhaben Pekings nicht sonderlich überzeugt. Die Umwelt- und Verkehrsaspekte seien noch nicht gelöst, mahnte der Vorsitzende der IOC­Koordinierungskommission Hein Verbruggen auf einer Pressekonferenz in Peking im April. Doch die Notpläne dafür scheinen schon in der Schublade zu liegen. Da der Autoverkehr Pekings größter Umweltsünder ist, hat man über drastische Maßnahmen nachgedacht, wie er während der Spiele einzuschränken ist. Angeblich sollen etwa eine Mio. Autos von den Straßen ferngehalten werden. Die Pläne dafür werden später in diesem Jahr noch be­kannt gegeben. Dabei muss man wissen, dass zurzeit etwa 3 Mio. Autos Pekings Straßen verstopfen. Zum Beginn der Spiele werden es ca. 3,3 Mio. sein. Täglich kommen durch­schnittlich 1.060 Autos hinzu, darunter auch wieder viele Volkswagen. Die schwarzen Zah­len, die VW neuerdings vor allem wegen des guten Geschäfts in China schreibt, sind in Pe­king zu besichtigen. Sicherlich wird die Stadt­verwaltung in nicht allzu ferner Zukunft dar­über nachdenken müssen, Straßenmaut für die Innenstadt einzuführen, und vor allem die Anzahl der zigtausend Taxis zurückzufahren. Doch das steht gegenwärtig nicht zur Debat­te. Die Automobilindustrie ist auch in China eine mächtige Lobby. Darüber hinaus werden offenbar weitgreifen­de Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den umliegenden Provinzen vorbereitet, sollte die Luftqualität kurz vor den Spielen weiterhin kritisch sein. Im Umkreis von Hunderten von Kilometern um Peking herum sollen die Pro­duktion umweltbelastender Industrien und die Bautätigkeit gedrosselt werden. In Peking sel­ber gilt während der Olympischen Spiele abso­luter Baustopp. Peking als Modell einerharmonischen Gesellschaft Mit dem Impuls der Olympischen Spielewird Peking Modell einer harmonischen Gesell­schaft, versprach Bürgermeister Wang Qi­chen. Es soll sozusagen Schaufenster dafür werden, wie sich der Rest Chinas seine gesell­schaftliche Zukunft vorstellen soll. Was bedeu­tet das konkret? In der letzten Plenarsitzung des ZK der KPC im September 2006 wurde das Ziel dersozialistischen harmonischen Gesellschaft als Grundkonzept aller Politikli­nien offiziell verabschiedet und soll offenbar auf dem 17. Nationalkongress der KPC im Herbst 2007 in die Präambel der Parteistatu­ten geschrieben werden. Diesozialistische harmonische Gesellschaft wird definiert als - 4-