Konzept Was hat eine Musikwerkstatt mit politischer Bildung zu tun? Kulturelle Vielfalt ist Realität in unserer Gesellschaft und spiegelt sich sehr stark wider in der populären Musik. Instrumente, Rhythmen, Sänger, Sprache, Videoclips etc. sind häufig geprägt von unterschiedlichen kulturellen Einflüssen und Botschaften. Popmusik bietet deshalb eine gute Möglichkeit sowohl von den Texten wie auch von den musikalischen Stilen Interkulturalität zu thematisieren, Akzeptanz und Respekt für andere Kulturen zu fördern sowie über die eigene kulturelle Prägung bewusster nachzudenken. Vom 23.-24. April 2009 besuchten 20 Schülerinnen und Schüler der Abendrealschule Bonn die„Interkulturelle Musikwerkstatt“, angeboten vom Forum Jugend und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Musik stand im Mittelpunkt des zweitägigen Workshops, bei dem die Schüler/innen sich damit auseinander setzten, was für sie Kultur bedeutet und inwiefern sie sich in verschiedenen Musikrichtungen widerspiegelt. Hierzu gehörte auch das Vorspielen eigener Lieblingsmusik, um sich anschließend über die kulturellen Hintergründe und Botschaften in den unterschiedlichen Stücken und Musikstilen auszutauschen. Danach ging es ans eigene Texten und Komponieren und was viele zunächst nicht für möglich hielten, am Ende des Workshops erklang ein Song aus einer Vielfalt von Pop-Rock über Rap und Metal bis zur orientalischen Folklore. Die zweitägige Musikwerkstatt als ein Angebot von Jugend und Politik ermöglicht auf diese Weise den Jugendlichen sich im wahrsten Sinne des Wortes Gehör zu verschaffen. Workshop-Tag 1 Einstieg:„Wo begegnet mir Kultur?“ Los ging es am ersten Tag nach kurzem„Speed-dating“ zum Kennenlernen mit einem Einstieg zur Frage„Was ist Kultur?“. Hierbei sammelten die Schüler/innen kulturelle Ausdruckformen wie Sprache, Feste, Musik, Essen, Heimatverbundenheit oder Sitten. Sie stellten fest, dass all diese Kulturformen wahrnehmbare kulturelle Ausprägungen sind, denen unsichtbare Kulturgüter wie Ideen, Vorstellungen, Werte und Religionen zugrunde liegen. Dies hielten sie in dem Bild eines Eisbergs fest, dessen Spitze sichtbar über die Wasseroberfläche ragt, dessen viel größeres Fundament aber unsichtbar bleibt. Besonders deutlich wurde der Unterschied zwischen der Spitze und dem Grund des Eisbergs bei der Diskussion über die Frage, ob sich Kultur wandeln kann. Viele Beispiele für schnelllebige Veränderungen fanden die 3
Konferenzband
Interkulturelle Musikwerkstatt : 23. - 24. April 2009, Forum Jugend und Politik in Bonn ; Workshopdokumentation der Friedrich-Ebeert-Stiftung Bonn
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