Konferenzband 
Die Krise geht, der Aufschwung kommt - doch was bleibt? : Haben wir etwas aus der Wirtschafts- und Finanzkrise gelernt? ; Jugendliche und junge Erwachsene diskutieren mit Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertretern ; am Mittwoch, 21. Juli 2010 in Kooperation mit der IHK ULM ; Veranstaltungsdokumentation des Fritz-Erler-Forums Baden-Württemberg, Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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Die Fishbowl-Diskussion Zunächst forderte der Moderator Jochen Häussermann-Schuler die Vertreter von Wirt­schaft und Gewerkschaften auf, kurz darzustellen, wie sich die Krise auf ihre tägliche Ar­beit ausgewirkt hat. Herr Braun von der IG Metall Ulm bemerkte: Wir haben einiges aus der Krise gelernt: Zunächst hat sich gezeigt, dass wir funktionierende Instrumente und Werkzeuge für Krisenzeiten haben, die deren Auswirkungen im Sinne der sozialen Marktwirtschaft dämpfen. Wer offenbar nichts gelernt hat sind Politik und Banken. Besonders an der Kreditvergabe an kleine Unternehmen hat sich nichts geändert. Herr Dr. Brand, Geschäftsführer Vollmer Werke Maschinenfabrik GmbH in Biberach, er­klärte zunächst den Unterschied zwischen Großkonzernen und familiengeprägten Unter­nehmen, wie es die Vollmer Werke sind: Großkonzerne sind Investoren, die am Finanzmarkt arbeiten. Familienunternehmen hin­gegen sind für ihre Beschäftigten verantwortlich. Aus der Krise haben wir gelernt, dass Banken selten verlässliche Partner sind und nichts aus der Krise gelernt haben. Das gilt zum Großteil auch für kleinere Geschäftsbanken. Die Frage ist: Weshalb müssen Banken und Versicherer so unglaublich hohe Dividenden generieren? Meine Antwort lautet: We­gen des demographischen Wandels der zukünftig die Pensionskassen belasten wird. Das Ziel in der Zukunft sollte sein: Schluss mit der Gier- keine Dividende von 20-25%- das geht immer an die Substanz! Alles in allem leben wir auf hohem Niveau. Dabei ist mir per­sönlich die Jugend etwas zu ruhig. Auf deren Rücken werden die Folgen der Krise ausge­tragen: Dies führt zu einer hohen Staatsverschuldung! Warum geht ihr nicht auf die Stra­ße? Es geht doch zu euren Lasten… Ansonsten glaube ich, die Banken haben nichts gelernt. Dafür haben die Unternehmen gelernt wie wichtig ihre Mitarbeiter sind. Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg| Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung 5