2. Der Menschenrechtsrat Die Erwartungen an den VN-Menschenrechtsrat(MRR) insbesondere bei der Umsetzung der Menschenrechte sind hoch. Louise Arbour maß der Einrichtung des MRR historische Bedeutung zu. Sie hob auch auf das veränderte Umfeld ab: die Anerkennung der Menschenrechte als dritte Säule des VN-Systems, die angestrebte Stärkung der Vertragsorgane, das zwischen den Staaten ausdrücklich vereinbarte Mandat zur Gleichstellung der Menschenrechte, die besondere Unterstützung für Rechte der Frauen, Minderheiten, indigenen Völkern, Kindern, intern Vertriebenen, Flüchtlingen und Menschen mit Behinderungen sowie die Einrichtung der„ mÉ~ÅÉÄìáäÇáåÖ=`çããáëëáçå“. Der Menschenrechtsrat weist einige Neuerungen auf, um den Schutz und die Förderung der Menschenrechte weiter zu stärken und auszubauen. So hat sich der Status des MRR positiv verändert. War die MRK ein Unterorgan des ECOSOC, ist der Rat direkt beim höchsten Beschlussorgan der VN, der Generalversammlung, angesiedelt. Nach fünf Jahren soll überprüft werden, ob der Rat sogar in ein eigenständiges Organ der VN umgewandelt wird, ähnlich dem Wirtschafts- und Sozialrat sowie dem Sicherheitsrat. Dies hätte allerdings eine Änderung der VN-Charta zur Voraussetzung. Die Mitglieder des MRR werden mit absoluter Mehrheit der Generalversammlung auf drei Jahre gewählt. Nach der ersten Wahl 2006 ordnete das Losverfahren allerdings den Staaten eine ein-, zwei- und dreijährige Mitgliedschaft zu, um einen Austausch von höchstens einem Drittel der Mitglieder pro Jahr zu haben und somit eine Kontinuität der Arbeit sicher zu stellen. Eine unmittelbare Wiederwahl ist möglich. Danach muss das entsprechende Land pausieren, so dass eine gewisse Rotation automatisch stattfindet. Der Rat setzt sich aus 47 Mitgliedsstaaten zusammen, verteilt nach geographischem Proporz: Regionalgruppe Afrika 13, Regionalgruppe Asien 13, Regionalgruppe Lateinamerika und Karibik(GRULAC) 8, Regionalgruppe Osteuropa 6, Regionalgruppe westliche und andere Staaten(WEOG) 7 Sitze. Die Wahl der ersten Ratsmitglieder am 9. Mai 2006 erbrachte folgende Ergebnisse (die Jahreszahl in Klammern benennt das Ende der Mitgliedschaft): Afrika-Gruppe mit Algerien(2007), Djibouti(2009), Gabun(2008), Ghana(2008), Kamerun(2009), Mali (2008), Mauritius(2009), Marokko(2007), Nigeria(2009), Sambia(2008), Senegal (2009), Südafrika(2007), Tunesien(2007). Asien-Gruppe mit Bahrain(2007), Bangladesh(2009), China(2009), Indien(2007), Indonesien(2007), Japan(2008), Jordanien (2009), Malaysia(2009), Pakistan(2008), Philippinen(2007), Saudi Arabien(2009), Südkorea(2008), Sri Lanka(2008). Osteuropa-Gruppe mit Aserbeidschan(2009), Polen (2007), Rumänien(2008), Russische Föderation(2009), Tschechische Republik(2007), Ukraine(2008). GRULAC mit Argentinien(2007), Brasilien(2008), Cuba(2009), Ecuador (2007), Guatemala(2008), Mexiko(2009), Peru(2008), Uruguay 2009. WEOG mit Deutschland(2009), Finnland(2007), Frankreich(2008), Großbritannien(2008), Kanada (2009), die Niederlande(2007), Schweiz(2009). Die Ratsmitglieder für die Sitzungsperiode 2008/2009 sind: Afrika-Gruppe: Ägypten(2010), Angola(2010), Burkina Faso(2011), Djibouti(2009), Gabun(2011), Ghana(2011), Kamerun(2009), Madagaskar(2010), Mauritius(2009), Nigeria(2009), Sambia(2011), Senegal(2009), Südafrika(2010); Asien-Gruppe: Bahrain(2011), Bangladesh(2009), China(2009), Indien(2010), Indonesien(2010), Japan(2011), Jordanien(2009), Malaysia(2009), Qatar(2010), Pakistan (2011), Philippinen(2010), Saudi Arabien(2009), Südkorea(2011); Osteuropa: Aserbeidschan(2009), Bosnien und Herzegowina(2010), Russische Föderation(2009), Slowakei(2011), Slowenien(2010), Ukraine(2011); 182
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