FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG – DEMOKRATIEVERTRAUEN IN KRISENZEITEN 14 AUSWERTUNG Der Aufbau und die Auswertung des Fragebogens schließen an die erste Vertrauensstudie an, indem sie eine Aufteilung in folgende Bereiche vornehmen: Allgemeines Vertrauen und Demokratiezufriedenheit(A), Inputlegitimation und Institutionenvertrauen(B), Outputlegitimation und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Die beiden letzten Punkte, die in der ersten Studie getrennt behandelt wurden, sind hier zusammengefasst(Teil C). Als neuer, vierter Teil tritt„Verschwörungsdenken und Wissenschaftsskepsis“ hinzu(D). Um Ausstrahlungseffekte zu vermeiden, wurden die sich darauf beziehenden Fragen und Items im Fragebogen auf verschiedene Stellen verteilt. A) ALLGEMEINES VERTRAUEN UND DEMOKRATIEZUFRIEDENHEIT SOZIALES VERTRAUEN Der Aussage, dass man den meisten Menschen vertrauen könne, stimmten mit 58 Prozent 2022 nur geringfügig weniger Befragte zu als 2019(59 Prozent). In den jüngeren Altersgruppen ist das Vertrauen dabei stärker gesunken als bei den Älteren – bei den über 65-Jährigen ist sogar eine leichte Zunahme zu verzeichnen. ÜBERWIEGEND: DIE MENSCHEN VERTRAUEN EINANDER Auch in anderen Gruppen liegt der Anteil von Personen mit höherem sehr starkem oder starkem Vertrauen über dem Gesamtdurchschnitt: – Bei den Männern(62 Prozent gegenüber 55 Prozent bei den Frauen) – Bei den höher Gebildeten(68 Prozent gegenüber 57 Prozent bei den niedriger Gebildeten) – Bei den Angehörigen der oberen Mittel- und Oberschicht(70 Prozent gegenüber 45 Prozent bei den Angehörigen der Unter- bzw. Arbeiter_innenschicht) (Die Schere hat sich hier im Vergleich zu 2019 etwas geschlossen; 73 gegenüber 44 Prozent.) Relativ geringe Unterschiede gibt es zwischen West- und Ostdeutschland(60 zu 54 Prozent), wobei innerhalb der Abbildung 1 ALLGEMEINES SOZIALES VERTRAUEN: Würden Sie ganz allgemein sagen, dass man den meisten Menschen vertrauen kann?(in%) ja eher ja eher nein nein 9,2 12,2 32,4 46,2 n= 2.495 Quelle: Umfrage FES/Universität Bonn 2022
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Demokratievertrauen in Krisenzeiten : wie blicken die Menschen in Deutschland auf Politik, Institutionen und Gesellschaft?
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