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Nicht ob, sondern wie: Warum NRW eine vorausschauende Industriepolitik braucht
Entstehung
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Weiterdenken Nicht ob, sondern wie: Warum NRW eine vorausschauende Industriepolitik braucht Dr. Carsten Schwäbe Zusammenfassung Industrie und Strukturwandel prägen NRW seit Langem. Viele Regionen haben durch Globalisierung und Transformation Wertschöpfung und Arbeitsplätze verloren sie brauchen neue Perspektiven. Hinzu kommen Handelskonflikte, rechtspopulistische Diskurse und transformativer Druck durch KI oder grüne Technologien. Gleichzeitig hat NRW durch For­schung, Start-ups und bestehende Industriestrukturen großes KI-Potenzial aufgebaut. Um diese Chancen im unsicheren Umfeld zu nutzen, braucht NRW nicht nur vielversprechende Projekte, sondern eine industriepolitische Strategie, die mittels Strategischer Vorausschau klare Ziele definiert, Mittel mobilisiert und reaktionsfähig bleibt. Einleitung Industriepolitik führte in Deutschland meistens zu Kontro­versen. Manche betonten, dass horizontale Industriepolitik, die darauf zielt, die Rahmenbedingungen für alle Indus­trien zum Beispiel bei Arbeits- oder Energiekosten zu ver­bessern, unterschiedlich auf spezifische Industrien wirkt. Deswegen könne sie ohne vertikale Industriepolitik, strate­gische Priorisierungen und industriespezifische Maßnah­men nicht hinreichend industriepolitische Ziele erreichen. Andere betonten die Gefahren von Marktmacht und Rent­seeking bei vertikaler Industriepolitik(z. B. Rodrik, 2009; Schütz et al., 2025). Angesichts geopolitischer Unsicherheit und transformativer Dynamiken bei grünen und digitalen Transformationen wird in Deutschland und Europa neu über Industriepolitik diskutiert. 1 Bereits die Covid-19-Pandemie schuf durch gestörte Lieferketten ein neues Bewusstsein für sichere 1  zeigt zum Beispiel der Draghi-Report auf EU-Ebene: https://commission.eu­ropa.eu/topics/competitiveness/draghi-report_en (abgerufen 3. März 2026) Nicht ob, sondern wie: Warum NRW eine vorausschauende Industriepolitik braucht 1