Buch 
Bedarfsgerechte Wohnraumversorgung als Schlüssel nachhaltiger Siedlungspolitik
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

I M P U L S Blickwinkel BaWü Bedarfsgerechte Wohnraumversorgung als Schlüssel nachhaltiger Siedlungs­politik Janis Schiffner, Dirk Emtmann, Daniel Thierauf, Lisa Maschke, Prof. Dr. Manfred Miosga Auch in Baden-Württemberg ist das Thema bedarfsge­rechtes Wohnen zu einer zentralen Herausforderung geworden. Dabei stehen die Regionen, je nach Raumtyp, vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen der Wohn­raumversorgung. So sind Ballungsräume von akuter Wohnungsnot und steigenden Wohnraumkosten betroffen, die insbesondere einkommensschwache Haushalte zuneh­mend belasten. In ländlich-peripheren Räumen führt der demografische Wandel oft zu Leerständen und verwaisten Ortskernen. Doch diesen Entwicklungen können politische Handlungsstrategien entgegengesetzt werden, die nicht nur zu sozialeren, sondern auch klimafreundlicheren Bau­und Wohnkonzepten beitragen können. Dazu zählt etwa die Stärkung der sozialen Wohnraumförderung sowie die Unterstützung gemeinnütziger Träger, um ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Ländlich-periphere Räume sollten bei der Aufwertung von Ortskernen unter­stützt werden, um bestehende Leerstände zu aktivieren und gleichwertige Lebensverhältnisse zu fördern. Durch sogenannte Mehrgewinnstrategien, die ökologische, sozi­ale und ökonomische Ziele verbinden, könnten Flächen in mehrfacher Hinsicht effizienter genutzt werden. Durch die Einführung einesUmbauturbos in Ergänzung zur Beschleunigung von Neubauten(Bauturbo), könnte vorhandener Wohn- und Bürobestand bedarfsgerecht und klimaverträglich umgebaut werden. Wenn Wohnraum als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge verstanden wird und sich an Grundsätzen räumlicher und sozialer Gerechtigkeit orientiert, können Klimaschutz und bedarfsgerechtes Wohnen langfristig kombiniert werden. 1. Einleitung Wohnraum ist in Baden-Württemberg längst zu einer zent­ralen Zukunfts- und Gerechtigkeitsfrage geworden. Für wei­te Teile der Bevölkerung, insbesondere aber für einkom­mensschwächere oder sogar armutsgefährdete Haushalte, sind steigende Mietbelastungen und die wachsende Unsi­cherheit, den eigenen Wohnraum halten zu können, zur all­täglichen Realität geworden. Ein Wohnungsmarkt, der die grundlegenden Bedarfe vieler Menschen seit vielen Jahren nicht mehr deckt, während gleichzeitig Bau- und Sanie­rungskosten weiter steigen, geförderter Wohnraum aus der Bindung fällt und kommunale Planungskompetenzen dere­guliert werden, verfehlt jedoch seine soziale Funktion. Sei-