föderale Lösung könnte für die muslimischen Separatisten akzeptierbar sein- wie sich eine Mehrheit für eine Verfassungsänderung finden ließe, ist unklar. Wohin treibt die philippinische Demokratie? Wenn starke Institutionen die Voraussetzung für ÖççÇ= ÖçîÉêå~åÅÉ sind, gibt es keinen Grund zum Jubeln. Mit Ausnahme des Obersten Gerichts sind alle Verfassungsorgane angeschlagen. Wahlen werden den beiden Parlamentskammern zu keiner neuen Legitimität verhelfen, selbst wenn sie im Mai 2001 zur Auswechslung von Personen führen. Vor wenigen Wochen mit knapp 20% der Sitze im Unterhaus noch eine klägliche Opposition, führt die Parteienkoalition von MacapagalArroyo nun bereits eine Mehrheit an – von überall kommen Unterstützungserklärungen und Überläufer. Legitimität kann das Parlament nur durch Gesetzgebung und effektive Regierungskontrolle gewinnen. Letztere ist bereits jetzt Illusion. Seit die Präsidentin nach und nach ihr Kabinett vorstellt, kehrt Ernüchterung ein. Die neue Riege besteht überwiegend aus altbekannten Gesichtern, die bereits unter Aquino und Ramos Ämter oder Mandate innehatten. Schon macht das Wort vom Elitenrecycling die Runde, wird von einer Fortsetzung der TrapoHerrschaft gesprochen. Die Berufung von ExGeneral Abadia als Sicherheitsberater, gegen den ein Korruptionsverfahren läuft, und von Polizeichef Mendoza, dem kriminelle Verbindungen nachgesagt werden, werfen ihre Schatten auf die neue Verwaltung. Währenddessen fühlen sich zivilgesellschaftliche Kräfte, die die Anti-Estrada-Bewegung trugen, marginalisiert. Selbst Wirtschaftsvertreter warnen davor, die politische Linke auszugrenzen, fordern technokratische Kompetenz und soziale Ausgewogenheit als Rekrutierungskriterien. Von einer Stärkung politischer Parteien ist keine Rede mehr. Die Reformkräfte, die auf eine Verfassungsreform zu Gunsten eines parlamentarischen Systems und erweiterten Listenwahlrechts setzten, sehen sich getäuscht. Eine Präsidentin, die auf eine neunjährige Amtszeit(Wahlen 2004) spekulieren kann, dürfte für solche Ideen nur schwer zu gewinnen sein. Gloria Macapagal-Arroyo kam ins höchste Staatsamt aufgrund der konstitutionellen Nachfolgeregelung- sie ist nicht die Wahl der Estrada-Gegner. Noch vor wenigen Tagen hatte sie die schlechtesten Umfragewerte aller Politiker, war unpopulärer als ihr Vorgänger. Sie hat eine schwere, möglicherweise kurze Amtszeit vor sich. Ansprechpartnerinnen: Dr. Beate Bartoldus, Tel.: 0228-883-516, E-Mail: Beate.Bartoldus@fes.de(verantwortlich) Ulrike Ehnes, Tel.: 0228-883-508, E-Mail: Ulrike.Ehnes@fes.de Friedrich-Ebert-Stiftung Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Referat Asien und Pazifik Godesberger Allee 149, 53175 Bonn, Fax: 0228-883-575 Die Kurzberichte sowie Informationen zur Arbeit der FES in Asien finden Sie unter: www.fes.de/asien . - 4-
Print
Die Philippinen nach Estradas Sturz : Demokratie weiter im Notstand
Download single image
avaibable widths