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Vom König zum Führer : zum Verhältnis von Adel und Nationalsozialismus ; Dokumentation einer Veranstaltung am 9. Juli 2004 im Studienzentrum Karl-Marx-Haus in Trier
Entstehung
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5 Stephan Malinowski Vom König zum Führer Zum Verhältnis von Adel und Nationalsozialismus I. Einleitung Aus der Endphase des Dritten Reiches ist ein Bild überliefert, das dem Adel im Kampf von Gut und Böse einen klaren Platz zuzu­weisen scheint. Die Szenerie, die sich in der Nacht vom 20. zum 21. Juli 1944 im Innenhof des Berliner Bendler-Blocks abspielt, gehört zu den eindrucksvollsten Bildern, die mit dem konservati­ven Widerstand verbunden sind und zu den wirkmächtigsten Bil­dern, die sich mit dem Adel assoziieren lassen. Sie ist in verschie­denen Versionen überliefert. Die am häufigsten genannte liest sich wie folgt: Um Claus Graf von Stauffenberg hinzurichten musste das Er­schießungspeleton zwei Mal anlegen. Im Moment des ersten Feu­erbefehls, so heißt es, habe sich Stauffenbergs Adjutant Werner von Haeften in einer dramatischen Geste vor Stauffenberg gewor­fen und die Geschosse mit seinem Körper abgefangen. Bevor Stauffenberg von der zweiten Salve getötet wurde, habe er in auf­rechter Haltung ausgerufen:Es lebe das geheime Deutschland! Die Leichen wurden auf einem Schöneberger Friedhof verscharrt, auf Himmlers Befehl wenig später wieder ausgegraben und ver­brannt, die Asche im Süden Berlins in den Wind gestreut. In hoher symbolischer Verdichtung scheint sich in dieser Szene die Unver­einbarkeit von Adel und Nationalsozialismus widerzuspiegeln: Die nationalsozialistische Todesmaschine, hier in Gestalt von Fritz Fromm von einem bürgerlichen General bedient, der ebenso rückgratlos wie feige handelt. Die adligen Opfer dieser Maschine, die den adligen Leitbegriff Haltung in höchster Vollendung prä-