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Zentralasien : Stabilität um jeden Preis
Entstehung
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FES Analyse Zentralasien: Stabilität um jeden Preis Reinhard Krumm August 2005 Die fünf Republiken Zentralasien haben beim Transformationsprozess seit ihrer Unab hängigkeit vor 14 Jahren ganz unterschiedliche Erfolge vorzuweisen. Eines ist ihnen freilich gemein: Ihre autokratischen Regierungen bürokratisieren Politik und Gesellschaft und miss trauen ihren Bürgern. So kam es bei den Parlamentswahlen Ende des letzten und zu Beginn dieses Jahres zu massiven Manipulationen. In Kirgisistan begehrte das Volk auf und jagte den Präsidenten aus dem Land, in Usbekistan schlug der Staat eine Bürgerrevolte mit Waffengewalt nieder. Regionale Zusammenarbeit ist in Zentralasien offiziell erwünscht, tatsächlich findet sie nur in Ausnahmefällen statt. Darunter leidet die Wirtschaft, vor allem der kleinen Republiken Kirgisistan und Tadschikistan. Daran vermag auch das mit Rohstoffen reich gesegnete Kasachstan wenig ändern. Die wirtschaftliche Lokomotive der Region, Kasachstan, besitzt keine Zugkraft. Noch immer besteht der Glaube, Marktwirtschaft zu planen. Und statt die aus Sowjetzeiten vorhandene Infrastruktur regional zu nutzen, werden Grenzen geschlossen und Importzölle erhoben. Die zweite Chance einer erfolgreichen Transformation, die Zentralasien durch die erhöhte Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit durch den Krieg gegen die Taliban im benachbarten Afghanistan erhielt, ist vertan. Das Fenster gen Westen ist nur noch einen Spalt breit offen, Licht tritt nun in die Region durch das große Fenster nach Osten. China und Russland haben an Einfluss gewonnen. Verlierer sind die USA, die mit ihren holzschnittartigen Demokratie modellen kaum Erfolge vorzuweisen haben und die EU, die in Zentralasien politisch orientierungslos ist. Die säkularen Staaten mühen sich mit ihrer muslimisch geprägten Bevölkerung. Denn sie befürchten den zunehmenden Einfluss islamischer Extremisten in der Region. Eine berechtigte Überlegung, davon zeugen die Terroranschläge in der usbekischen Hauptstadt Taschkent im vergangenen Jahr. Gleichwohl ziehen sich die Staaten ihre eigenen Feinde heran, in dem sie kritische Muslime vorschnell als islamische Terroristen brandmarken. Die Staaten betreiben einen aggressiven Säkularismus, der die Gefahr in sich birgt, die Gesellschaft zu radikalisieren und die Region zu destabilisieren. Herausgeber und Redaktion: Stefanie Flechtner, Friedrich-Ebert-Stiftung, Internationale Politikanalyse, 10785 Berlin, Tel.: 030-26935-839, Fax: 26935-860, e-mail: Stefanie.Flechtner@fes.de