November 2005 Präsidentschaftswahlen in Sri Lanka Astrid Becker, FES Colombo • Am 17. November 2005 wählte Sri Lanka Mahinda Rajapakse(Sri Lanka Freedom Party –SLFP) mit knapper Mehrheit zum 5. Exekutivpräsidenten. Er erhielt 50,29% der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag landesweit bei 75%. Entscheidend für das Wahlergebnis war neben der hohen Zustimmung für Rajapakse durch die singhalesische Bevölkerungsmehrheit der Boykottaufruf der Liberation Tigers of Tamil Eelam(LTTE), der die Mehrzahl der Tamilen von der Stimmabgabe abhielt. • Rajapakse, bisher Premierminister, steht für ein härteres Vorgehen bei der Lösung des ethnischen Konflikts, für eine stärkere Rolle des Staates und eine Abkehr vom eingeschlagenen Liberalisierungskurs in der Wirtschaft. Als Mann aus dem Süden gilt er als Vertreter der singhalesischbuddhistischen Bevölkerungsmehrheit. Für seine Kandidatur hatte er die Unterstützung der marxistischen Janatha Vimukthi Peramuna(JVP) und der Jathika Hela Urumaya(JHU), einer Partei buddhistischer Mönche, gewonnen. 13,3 Millionen Wahlberechtigte waren zur Wahl des 5. Präsidenten aufgerufen. Zwar waren 13 Kandidaten aufgestellt worden, jedoch war von Anfang an klar, dass die Entscheidung in einem Kopf–an-Kopf-Rennen zwischen Premierminister Rajapakse(Sri Lanka Freedom Party – SLFP) und Oppositionsführer Wickremesinghe(United National Party – UNP) fallen würde. Entscheidend für den Wahlausgang war neben der großen Zustimmung für Rajapakse in der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit(75 % der WählerInnen) der von der LTTE ausgerufene Wahlboykott. Die Separatistenorganisation hatte vor den Wahlen versichert, niemanden an der Ausübung seines Wahlrechts zu hindern, allerdings sei die Wahl für die Tamilen nicht von Interesse, da keiner der Kandidaten ihre Belange vertrete. Die Tamilen folgten dem Boykottaufruf im Norden und im Osten, Straßensperren hinderten darüber hinaus Wahlwillige aus den LTTE-kontrollierten Gebieten daran, zu den eigens für sie auf Regierungsgebiet eingerichteten Wahllokalen zu gelangen. Extrem gering war die Beteiligung in Jaffna, nur 1,2% der eingetragenen 700.000 WählerInnen machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Unregelmäßigkeiten gab es nach Berichten von nationalen und internationalen Wahlbeobachtern in verschiedenen Landesteilen, u.a. durch Einschüchterung von Wahlberechtigten oder durch Streichung von bekannten UNPAnhängern von den Wahllisten. Im Osten kamen bei einem Granatenanschlag auf ein Wahllokal mehrere Menschen ums Leben. Trotz dieser Zwischenfälle verlief der Wahltag verglichen mit vorherigen Wahlen sehr ruhig. Vom überwiegenden Teil der nationalen und internationalen Wahlbeobachter wurden die Wahlen als überwiegend frei und fair beurteilt, allerdings kritisiert der Abschlussbericht der EU-Beobachterdelegation den Wahlboykott durch die LTTE, die Einflussnahme der staatlichen Medien zu Gunsten Rajapakses sowie den umfangreichen Missbrauch von Staatsressourcen für den Wahlkampf. Letzteres unterstreichen auch die landesweiten Erhebungen von Transparency International Sri
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