zember 2001 bis März 2004 gelang es ihm, im April 2002 einen Waffenstillstand mit der Liberation Tigers of Tamil Eelam zu schließen und damit die seit mehr als 20 Jahre dauernden Kämpfe mit den tamilischen Separatisten im Norden zu beenden. Seine Regierung endete nach vorgezogenen Parlamentswahlen im April 2004. Die WählerInnen hatten ihm u.a. aufgrund zahlreicher Korruptionsvorwürfe gegen Kabinettsmitglieder, fehlender Kommunikation über die Fortschritte bei den Friedensverhandlungen und die Vernachlässigung der Interessen der Bevölkerungsmehrheit in den ländlichen Gebieten das Vertrauen entzogen. Wickremesinghe galt als Kandidat der städtischen Bevölkerung und des Privatsektors. Seine Kandidatur wurde von Parteien der ethnischen Minoritäten unterstützt, nämlich dem Sri Lanka Muslim Congress(SLMC) und dem Ceylon Workers Congress(CWC), der die Mehrheit der Hochlandtamilen vertritt. Wickremesinghes Wahlprogramm drehte sich fast ausschließlich um wirtschafts- und sozialpolitische Themen und stellte umfangreiche Subventionen und Wohlfahrtsleistungen in Aussicht. Darüber hinaus betonte es die Notwendigkeit der Fortführung der Friedensverhandlungen, benutzt aber den kontrovers diskutierten Terminus„föderal“ nicht. Er sprach sich außerdem dafür aus, an den weiteren Verhandlungen die muslimische Minderheit, die im Osten von den Folgen des Konfliktes betroffen ist, zu beteiligen. Priorisierung für die Bevölkerung Wie eine Anfang November veröffentlichte Befragung des Centre for Policy Alternatives zeigte, waren für die Mehrheit der Bevölkerung vor allem die Vorstellungen der Kandidaten zur Senkung der in den vergangenen Monaten stark gestiegenen Lebenshaltungskosten von Relevanz. An zweiter Stelle stand die Lösung des ethnischen Konfliktes. Disaggregiert nach Ethnien wurde allerdings deutlich, dass für die Tamilen die Beilegung des Konfliktes Priorität hat, während Singhalesen, Muslime und Hochlandtamilen die steigenden Lebenshaltungskosten als ihr größtes Problem sehen. Befragt zu den wichtigsten Charaktereigenschaften der Kandidaten nannten die meisten Befragen Ehrlichkeit und Führungsqualifikation als ausschlaggebend für ihre Wahlentscheidung. Wie weitere Umfragen kurz vor der Wahl zeigten, lag der Anteil der unentschlossenen WählerInnen zu diesem Zeitpunkt bei ca. 20%. Für das Wahlergebnis scheinen jedoch auch noch andere als die vorgenannten Faktoren relevant gewesen zu sein: mit Rajapakse hat erstmals ein Vertreter des Südens für das höchste Amt im Staat kandidiert; dies scheint selbst für die bisher von der Regierung vernachlässigten Tsunamiopfer an der Südküste wichtiger gewesen zu sein als ihre Kritik an der ausbleibenden Unterstützung. Rajapakse profitierte darüber hinaus von seinem volksnahen Auftreten, während Wickremesinge über wenig Charisma verfügt, um WählerInnen für sein Programm zu begeistern. Die UNP forderte nach Bekannt werden des Wahlergebnisses aufgrund der geringen Mehrheit für Rajapakse eine Nachwahl im Norden, was jedoch vom Election Commissionor abgelehnt wurde. Rajapkse ließ sich bereits am 19.11.2005 als 5. Präsident vereidigen. In seiner Antrittsrede nannte er die Erreichung eines„honourable peace“ als Priorität. Hierzu strebt er direkte Gespräche mit der LTTE an und plant die Überprüfung des Waffenstillstandsabkommens unter Vermittlung von Indien. Der kurz vor der Wahl im Parlament vorgelegte Haushalt für 2006 soll hinsichtlich der Umsetzung seines Wahlprogramms überarbeitet werden. Er kündigte weiterhin die Benennung eines neuen Kabinetts an. Der Wiederaufbau nach dem Tsunami soll in allen betroffenen Regionen unter seiner persönlichen Aufsicht erfolgen. Zum neuen Premierminister wurde Ratnasiri Wickremenayke benannt, der dieses Amt 2000 bis 2001 innehatte. Er gilt ebenfalls als Hardliner und war bisher Minister für Buddhist Affairs. Unter den Minderheiten findet er wenig Zustimmung. Die JVP erklärte am Wochenende, nicht an der Regierungsbildung beteiligt werden zu wollen, sondern in der Opposition zu bleiben und auf diesem Wege Einfluss auf die Politik Rajapakses zu nehmen. Auch wenn, wie es sich abzeichnet, verschiedene UNP-Abgeordnete nach der Wahl zur Regierungsfraktion überlaufen, werden die Stimmen der 39 JVPAbgeordneten für eine Mehrheit im Parlament unabdingbar sein. - 3-
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