Lanka. Die staatlichen Medien waren aufgrund ihrer Parteinahme zum Ende des Wahlkampfes vom Election Commissioner der Aufsicht einer unabhängigen Behörde unterstellt worden. Die privaten Medien, die in der Mehrheit die Kandidatur Wickremesinghes unterstützten, fallen nicht unter das Wahlgesetz. Kritisiert wurde von den EUBeobachterInnen das Fehlen einer unabhängigen Wahlkommission, wie es in den Bestimmungen des 17. Amendments zur Verfassung, das vor vier Jahren vom Parlament beschlossen wurde, vorgesehen ist. Präsidentin Chandrika Bandaranaike Kumaratunga hatte dies jedoch verhindert. Erwartungsgemäß erhielt Rajapakse die überwiegende Zahl der Stimmen der singhalesischbuddhistischen Bevölkerungsmehrheit im Süden und Zentrum des Landes, während die Mehrheit der Muslime und Hochlandtamilen bzw. der Tamilen außerhalb der LTTEkontrollierten Gebiete für Wickremesinghe stimmte. Politische Neuorientierung Die Wahl Rajapakses bedeutet eine politische Neuorientierung: Während die bisherige Amtsinhaberin Kumaratunga die Weiterführung der Verhandlungen mit der LTTE hin zu einer föderalen Lösung befürwortete, steht Rajapakse für ein härteres Vorgehen gegenüber den Separatisten. Rajapakse war bisher Premierminister der Regierung der Peoples Alliance(PA) unter Führung der Sri Lanka Freedom Party(SLFP). Gemeinsam mit der marxistischen Janatha Vimukthi Peramuna(JVP) hatten beide Gruppierungen als United Peoples Freedom Alliance(UPFA) erfolgreich bei den Parlamentswahlen 2004 kandidiert. Allerdings zerbrach die Koalition im Juni über die Einführung einer Post-Tsunami Operation Management Structure(P-TOMS), die von der JVP abgelehnt wurde. P-TOMS sieht eine Zusammenarbeit zwischen Regierung und LTTE beim Wiederaufbau im Nordosten vor. Bis zur Entscheidung einer Klage hinsichtlich der Verfassungsmäßigkeit einzelner Paragraphen der PTOMS durch den Obersten Gerichtshof wurde die Einsetzung des Mechanismus bisher verzögert. Anfang September unterzeichnete Premierminister Rajapakse Abkommen mit der JVP und der Jathika Hela Urumaya(JHU), einer Partei buddhistischer Mönche. Zentrale Elemente der Abkommen sind: • die gemeinsame Verpflichtung zur„Rettung“ eines unitären srilankischen Staates; • die Ablehnung der Forderung eines„Exclusive Tamil Homeland“ in den Provinzen im Norden und Osten; • die Ablehnung der Forderung der Liberation Tigers of Tamil Eelam(LTTE) nach einer Übergangsverwaltung unter ihrer Führung(Interim Self-Government Authority – ISGA) im Nordosten des Landes sowie die Einführung der P-TOMS; • die Revision des 2002 abgeschlossenen Waffenstillstandsabkommens; • die Abkehr von wirtschaftlichen Reformund Liberalisierungsprozessen und den Ausbau des Wohlfahrtssystems, sowie • eine Neuorientierung der Außenpolitik. Mit diesem Schritt sicherte sich Rajapakse große Wähleranteile der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit. Ohne die Abkommen hätte darüber hinaus die Gefahr bestanden, dass beide Parteien eigene Kandidaten nominiert hätten, was seine Wahlaussichten erheblich verringert hätte. Gleichzeitig nutzt er damit die wachsende Unzufriedenheit über die bisherigen Friedensbemühungen unter den Singhalesen. Rajapakse war Ende Juli von der SLFP zum Präsidentschaftskandidaten nominiert worden; die bisherige Amtsinhaberin Kumaratunga kann nach zwei Amtsperioden nicht wieder kandidieren. Sein Wahlkampfprogramm „Mahinda Chintana“(Mahindas Vision) orientierte sich an den Inhalten der Abkommen mit JVP und JHU und zielte vor allem auf die Unterstützung der ländlichen Bevölkerung ab, deren Situation es durch zahlreiche Subventionen sowie umfangreiche Förderprogramme für Landwirtschaft und Kleinindustrie verbessern will. Der Oppositionsführer Zahlreiche populistische Versprechungen charakterisierten auch das Programm von Oppositionsführer Ranil Wickremesinghe(United National Party – UNP). Wickremesinghe war bereits zu Jahresbeginn von seiner Partei zum Kandidaten nominiert worden. 1999 hatte er die Präsidentschaftswahlen gegen Kumaratunga verloren. Als Premierminister von De- 2-
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