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Wie sichern wir unsere Renten? : Plädoyer für eine globale Strategie
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Alfred Pfaller/ Lothar Witte Wie sichern wir unsere Renten? Plädoyer für eine globale Strategie Wie sichern wir unsere Renten? Plädoyer für eine globale Strategie Von Alfred Pfaller und Lothar Witte Die Alte Welt macht ihrem Namen alle Ehre: In fast allen Ländern der Europäischen Union sind zur Zeit mehr als zwanzig Prozent der Bevölkerung mindestens sechzig Jahre alt, in Deutschland, Ita­lien und Griechenland sogar mehr als 23 Prozent. Aber was heißt sogar- im Jahre 2050 werden es in Italien, Spanien, Griechenland und Österreich voraussichtlich über vierzig Prozent sein. In den bevölkerungsreichsten Nationen Osteuropas(Russland, Ukraine, Polen, Rumänien, Ungarn) sieht es ähnlich aus: Gegenwärtig liegt der Anteil der Alten bei 18-20 Prozent, und bis 2050 wird er sich fast verdoppeln(34-38 Prozent). Und auch Ostasien gehen die jungen Menschen allmählich aus, im Jahre 2050 werden in China dreißig und in Japan über vierzig Prozent der Bevölkerung über sech­zig Jahre alt sein. 1 Noch vor wenigen Jahren hätte kaum jemand bei dem Stichwort"Bevölkerungsproblem" an eine schrumpfende Bevölkerung bei gleichzeitiger Alterung gedacht, stattdessen war noch das Bild der "population bomb" wohlgemerkt: verstanden als Überbevölkerung- im kollektiven Gedächtnis verankert. Inzwischen hat sich die Wahrnehmung auch über den Kreis von Spezialisten hinaus ver­ändert, und"global ageing" bzw."ageing societies" sind Begriffe, die in unterschiedlichen Politik­feldern mit zunehmender Häufigkeit in die Diskussionen eingehen. Ein Politikfeld, in dem die Bedeutung alternder Gesellschaften auf der Hand liegt, sind die sozialen Sicherungssysteme, und hier besonders das Rentensystem.(Siehe auch Text: Generationengerechte Alterssicherung von Thomas Ebert in der OnlineAkademie.) Der Grundzusammenhang ist einfach: In jeder Gesellschaft gibt es eine ökonomisch aktive Bevölkerung, welche die Reichtümer erwirt­schaftet, die über den eigenen Konsum hinaus auch den Konsum der ökonomisch passiven Bevölke­rung ermöglicht. Verändert sich nun das Verhältnis der ökonomisch Aktiven zu den ökonomisch Passiven aufgrund des Alterungsprozesses kontinuierlich zu Ungunsten der Aktiven, so wird die Aufteilung des gesellschaftlichen Wohlstandes zwischen Erwerbstätigen und Rentnern zu einer 1 United Nations Population Division, World Population Prospects: The 2000 Revision, New York 2001. www.fes-online-akademie.de Seite 1 von 16