Alfred Pfaller/ Lothar Witte Wie sichern wir unsere Renten? Plädoyer für eine globale Strategie Der Übergang zu einer kapitalgedeckten Rente entschärft das Problem nicht (Ökonomisch gesehen, erspart ein kapitalgedecktes Rentensystem dem Bürger die unangenehmen Konsequenzen der demographischen Verschiebung nicht.) Die dargestellten Zusammenhänge gelten gleichermaßen für ein umlagefinanziertes wie ein kapitalgedecktes System der Alterssicherung. Im Umlagesystem werden sie sofort offenkundig, da hier der Bezug zur Realwirtschaft direkter ist: Die wirtschaftlich Aktiven geben einen Teil ihres Einkommens ab, damit können die Rentner ihren Lebensunterhalt bestreiten. Wenn also die Zahl der Rentner steigt und die der Aktiven nicht, müssen letztere höhere Beiträge an die Rentenkasse leisten, so die Rente nicht gekürzt werden soll. Wird die Rente hingegen aus einem vorher angesparten Kapitalbetrag finanziert, werden die wirtschaftlich Aktiven nicht zur Kasse gebeten. Jeder ist, so sieht es aus, für seine eigene Rente verantwortlich. Hat er/sie viel angespart im Berufsleben, steht für die monatliche Rente ein relativ großer Betrag bereit, der, während er nach und nach aufgebraucht wird, auch immer noch weiter Rendite abwirft und deshalb langsamer schrumpft, als monatlich von ihm ausgezahlt wird. Gleichzeitig sparen die wirtschaftlich Aktiven für ihre eigene spätere Rente an, nicht die der gegenwärtigen Rentner. Auch sie akkumulieren einen Betrag, den sie später aufbrauchen. Wie hoch die Beträge sind, aus denen mit Beginn des Ruhestandes die Rente bestritten wird, hängt nicht nur von den im Lauf des Arbeitslebens Monat für Monat beiseite gelegten(in der Regel: in einen Rentenfonds eingezahlten) Beträgen ab, sondern auch von den Renditen, die das angesparte Kapital erwirtschaftet. Hier kommt eine gewisse Unbekannte ins Spiel: die Renditen hängen von der Höhe der Zinsen, also der Politik der Zentralbank(en), und/oder den Aktienkursen ab. Die monatliche Rente hängt aber nicht nur von der angesparten Kapitalsumme ab, sondern auch von der dann geltenden Lebenserwartung. Hier kommt die Alterung der Gesellschaft bereits ins Spiel; denn je länger die Menschen leben, desto länger muss das angesparte Kapital reichen und desto geringer ist der Betrag, der monatlich ausgezahlt wird(wenn das Geld denn in einem Rentenfonds angelegt wurde). Damit ist es aber noch nicht getan. Die finanzwirtschaftliche Betrachtung, die beim kapitalgedeckten Verfahren der Alterssicherung im Vordergrund steht, muss rückgeführt werden auf die realwirtwww.fes-online-akademie.de Seite 3 von 16
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Wie sichern wir unsere Renten? : Plädoyer für eine globale Strategie
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