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Wie sichern wir unsere Renten? : Plädoyer für eine globale Strategie
Entstehung
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Alfred Pfaller/ Lothar Witte Wie sichern wir unsere Renten? Plädoyer für eine globale Strategie fügbarenKonsumkuchen vergrößern. Eine Zeit lang ließe sich so etwas auch durch Nettover­schuldung beim Ausland finanzieren. Das ist aber nur eine begrenzte Zeit lang durchzuhalten. Nachhaltiger ist die Importlösung schon, wenn zunächst in einer Ansparphase Nettovermögen im Ausland erworben wird. DieNettoimportlösung kann als volkswirtschaftliches Äquivalent zur Immigration angesehen werden. Man greift nicht unmittelbar auf ausländische Produzenten zurück, sondern mittelbar, nämlich über deren Produktionsergebnis im Ausland. Natürlich unterliegen sie dort einer anderen Jurisdiktion. Sie lassen sich nicht, wie im Inland, beitragspflichtig machen, lassen sich nicht in ei­nen politisch begründetenGenerationenvertrag einbinden. Aber dessen ökonomischer Kern, nämlich Konsumzurückhaltung der Aktiven zugunsten des Konsums der nicht mehr Aktiven kann auch grenzüberschreitend organisiert werden. Am direktesten lässt sich ein derartiger Erwerb von Auslandsvermögen im Rahmen eines kapitalge­deckten Rentensystems mit der Rentenfinanzierung in alternden Gesellschaften verknüpfen: Die Pensionsfonds investieren verstärkt in ausländische Vermögenstitel und bieten diese in der späteren dem fortgeschrittenen demographischen Zyklus entsprechenden Phase des volkswirtschaftlichen Entsparens wieder zum Verkauf an. Es sind dann ausländische Fonds, Unternehmen und Privatper­sonen, die die angebotenen Vermögenswerte übernehmen und so die Bilanz der Ansprüche zu­gunsten des Auslands verändern. Der zunehmende Rekurs auf ausländisches Sozialprodukt lässt sich auch im Rahmen eines Umlage­verfahrens arrangieren. Aber der Erwerb und spätere Verkauf von Auslandsvermögen könnte dann nicht direkt von den für die Renten verantwortlichen Agenturen vorgenommen werden; denn im Umlageverfahren wird nichts angespart. Es wäre der Staat, der in die Bresche zu springen hätte. In der Ansparphase müsste er steuerfinanzierte Haushaltsüberschüsse in ausländischen Titeln anle­gen und mit dem Erlös aus dem späteren Verkauf(bzw. mit den durch Verlangsamung der Vermö­gensakkumulierung freiwerdenden Renditen) die Rentenkasse subventionieren. Einfacher wäre si­cher die direkte Lösung über das Kapitaldeckungsverfahren. Der Pferdefuß: Demographisches Potenzial ohne ökonomische Potenz Aber das eigentliche Problem liegt ganz woanders: Das für diesen Lösungsweg benötigteAusland wird so ohne weiteres nicht zur Verfügung stehen. Denn fast alle aus heutiger Sicht wirtschaft­www.fes-online-akademie.de Seite 10 von 16