Alfred Pfaller/ Lothar Witte Wie sichern wir unsere Renten? Plädoyer für eine globale Strategie • Die Diskrepanz zwischen Güternachfrage und-angebot führt zu Inflation. In Kaufkraft gemessen sinkt die Rente. • Die entsparenden Rentner bringen mehr Vermögenstitel(z.B. Aktien) auf den Markt, als die schrumpfende Schar der wirtschaftlich Aktiven kaufen will. Resultat: die Preise geben nach, ein Teil des Kapitalvermögens der Rentner wird„vernichtet“. Bevor es zu politisch derartig gravierenden Entwicklungen kommt, kann der Staat sich veranlasst sehen, einzugreifen. Dies läuft in der einen oder anderen Form letztlich darauf hinaus, dass der Staat seine eigene Sparquote erhöht(d.h. der Nation mittels seiner Steuer- und Ausgabenpolitik mehr Sparen auferlegt) und/oder dass die Investition nachlässt(z.B. als Reaktion auf höhere Zinsen) und von daher der für den Konsum verfügbare Anteil des Sozialprodukts erhöht wird. Ökonomisch gesehen, erspart ein kapitalgedecktes Rentensystem dem Bürger die unangenehmen Konsequenzen der demographischen Verschiebung nicht. Es verpackt sie lediglich anders. Auswege, die nicht weit führen: Geburten und Einwanderung Allen bisher angeführten Szenarien liegt die Annahme zugrunde, dass die Bevölkerungstrends sich unverändert fortsetzen. Könnten die harten Einschnitte aber nicht dadurch vermieden werden, dass an der Bevölkerungsschraube gedreht wird? Es ist weder zu erwarten noch zu hoffen, dass dies durch eine Veränderung"am langen Ende" des Lebens geschehen wird. Die Zunahme der Lebenserwartung beruht auf sozioökonomischen Verbesserungen, auf dem medizinisch-technischen Fortschritt sowie seiner Verbreitung im Rahmen eines umfassenden Gesundheitssystems, und auf einer langanhaltenden Friedensperiode. All diese Aspekte sind ohne Zweifel positiv zu bewerten, ebenso wie die Zunahme der Lebenserwartung selbst. Grundsätzlich könnte aber die aktive, Beiträge zahlende Bevölkerung dadurch erhöht werden, dass mehr Beitragszahler geboren oder importiert werden. In anderen Worten, durch eine Erhöhung der Geburtenrate oder durch eine verstärkte Einwanderung. Dass eine solche Hoffnung trügerisch ist, wird im Falle der Geburtenrate intuitiv bereits an einigen Zahlen deutlich. In der Europäischen Union ist die Geburtenrate im Laufe der letzten 30 Jahre von 2,5 Kindern pro Frau auf 1,4 gefallen. Sie liegt damit weit unter dem Niveau von 2,2 Kindern, das www.fes-online-akademie.de Seite 5 von 16
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