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Präsidentschaftswahlen in Ägypten oder "Chronik eines vorhergesagten Resultats"
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Präsidentschaftswahlen in Ägypten oder Chronik eines vorhergesagten Resultats Amtsinhaber Hosni Mubarak gewann bei der Präsidentschaftswahl unangefochten mit 88,5% der Stimmen, obwohl erstmals Gegenkandidaten zugelassen worden waren. Hohe Hürden erschwerten die Kandidatur oppositioneller Bewerber, die meisten Oppositionspar­teien hatten zum Boykott aufgerufen. Die t~ÑÇ-Partei nominierte ihren Vorsitzenden Numan Gumaa, ansonsten hatte nur Aimun Nur von der neu gegründeten~Ç-Partei einen gewissen Bekanntheitsgrad. Die Wahlbeteiligung lag selbst offiziell bei lediglich 23%, Beobachter halten die Angaben für weit übertrieben. Eine unabhängige Wahlbeobachtung war nur in Ansätzen möglich. Das politische Klima in Ägypten hat sich im Verlauf des Wahlkampfes verändert, Demonstratio­nen der Oppositionsbewegung háÑ~ó~ und anderer gehören inzwischen zum Stadtbild. Noch sind allerdings die Auswirkungen auf die für Ende des Jahres geplanten Parlamentswahlen unklar. Am 7. September 2005 fanden zum ersten Mal in der Geschichte der Repu­blik Ägypten Präsidentschaftswahlen statt, bei denen sich die Wähler zwi­schen verschiedenen Kandidaten ent­scheiden konnten. Hosni Mubarak, der dieses Amt seit 1981 innehat, hatte u. a. auf Drängen seiner amerikanischen Ver­bündeten beschlossen, auch andere Kandidaten zur Präsidentschaftswahl zuzulassen. Das bisherige, seit den 50-er Jahren gültige Verfahren sah vor, dass das Parlament einen Kandidaten er­nennt, der vom Volk durch ein Referen­dum bestätigt wird. Dieses Verfahren war im Mai 2005 ebenfalls durch ein Referendum mit dem Resultat geän­dert worden, dass sich zehn Kandidaten zur Wahl stellten. Die meisten der im Parlament vertrete­nen Oppositionsparteien hatten wegen der ungerechten, sie benachteiligenden Rahmenbedingungen keinen Kandida­ten für die Präsidentschaftswahl aufge­stellt und stattdessen zum Wahlboykott aufgerufen. Als einzige der im Parlament vertretenen Parteien hatte die t~ÑÇ ih­ren Vorsitzenden Numan Gumaa ins Rennen um die Präsidentschaft ge­schickt. Die neu gegründete~Ç-Partei nominierte Aimun Nur als Kandidaten. Auch wenn der alte und neue Präsident Hosni Mubarak während seiner Wahl­kampagne immer wieder die Wahl als frei und fair beschrieben hat, so waren schon die formalen Voraussetzungen für die verschiedenen Kandidaten überaus ungleich. Der neue Artikel 76, der durch