rung bzw. der herrschenden kam dominiert wird. Die formal gültige Regel, dass der Wahlprozess von Richtern überwacht werden sollte, stieß angesichts der geringen Anzahl zur Verfügung stehender Richter schnell an ihre Grenzen. Eine andere Variante wurde bei den letzten Parlamentswahlen angewandt: Innerhalb des Wahllokals saßen die Richter und beaufsichtigten den Wahlgang, außerhalb des Wahllokals hielten Hilfstruppen der kam die Wähler, die nicht die gewünschte politische Meinung vertraten, davon ab, das Wahllokal zu betreten. Noch am 3. September hatte ein Verwaltungsgericht, das von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen(NROs) angerufen worden war, diesen das Recht zugestanden, den Wahlprozess sowohl innerhalb als auch außerhalb der Wahllokale zu beobachten. Das Verwaltungsgericht setzte damit ein Dekret der Wahlüberwachungskommission außer Kraft; in dem es geheißen hatte, die Wahlbeobachtung falle in den Kompetenzbereich der Kommission. Am nächsten Tag erklärte das Innenministerium das Urteil des Verwaltungsgerichts jedoch als nicht bindend, da ja die Wahlkommission selbst von hohen Richtern besetzt sei. Während der Wahl mussten sich deshalb die NROs auf die Beobachtung der Wahllokale von außen beschränken, eine Anwesenheit in den Wahllokalen und bei der Stimmauszählung war ihnen nicht erlaubt. Ausländische Wahlbeobachter waren von vorneherein nicht zugelassen worden. Verändertes politisches Klima Interessanter als die Analyse des staatlich verordneten Wahlergebnisses ist die Analyse des politischen Prozesses, der zu dieser Form der Wahl geführt hat. Das politische Klima in Ägypten hat sich innerhalb dieses Prozesses verändert. Einem Großteil der ägyptischen Opposition und Zivilgesellschaft ging es nicht darum, diesem oder jenem Gegenkandidaten zum Sieg zu verhelfen(dafür fehlten sämtliche Voraussetzungen). Das Ziel war vielmehr, die Regierung Mubarak daran zu hindern, sich durch gefälschte Wahlen eine neue Legitimität zu verschaffen. Medien werden kritischer Dies drückte sich schon in der Diskussion um das Referendum im Mai und die jetzigen Präsidentschaftswahlen durch einige neuere innenpolitischen Entwicklungen aus: So gehören Demonstrationen von Bürgerrechtsbewegungen wie háÑ~ó~(arabisch:„Genug!“) oder Menschenrechtsgruppen in Kairo mittlerweile fast zum alltäglichen Bild. Auch wenn es sich nur um Versammlungen von wenigen hundert Personen handelt, haben sie es zu einem gewissen Bekanntheitsgrad in Ägypten gebracht. Parallel hierzu findet ein Öffnungsprozess in den Blättern der Oppositionsparteien und in den wenigen unabhängigen Medien statt. Themen, die noch vor kurzer Zeit undenkbar waren, wie z.B. Kritik an der Familie des Staatspräsidenten, finden sich jetzt fast täglich auf den Seiten von Zeitungen wie~äJaìëíìêI p~ïí= ~äJrãã~ oder~äJc~Öê. Die Rolle der Präsidentengattin Suzanne Mubarak im politischen Leben Ägyptens und die Hoffnungen des Sohnes Gamal Mubarak auf das politische Erbe seines Vaters stehen ebenso wie die alltägliche Korruption des herrschenden Regimes in der Kritik der Oppositionsblätter. Selbst Themen wie die politische Rolle der koptischen Kirche, früher ein absolutes Tabu, sind heutzutage an der Tagesordnung. Abschließend bleibt festzuhalten: Bei dieser Wahl stand von vorneherein fest, wie der Gewinner lauten würde. Eine wirkliche Wahl hat nicht stattgefunden. Eher trifft die Charakterisierung eines der Kommentatoren der Oppositions3
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Präsidentschaftswahlen in Ägypten oder "Chronik eines vorhergesagten Resultats"
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