Dezember 2007 direkt Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik Eine soziale Zukunft für Deutschland Michael Dauderstädt 1 2006 führte die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Umfrage durch, die ein erschreckendes Ausmaß an Zukunftsangst und Verunsicherung in Deutschland enthüllte. 2 Viele Befragte äußerten ein Gefühl der Verarmung und hatten das Vertrauen in die Politik verloren. Woher kommt dieses Bewusstsein? Neben realen Problemen wie niedriges Wachstum, Massenarbeitslosigkeit und staatlicher Finanzschwäche hat die Verarbeitung und Interpretation dieser Themen durch Wissenschaft, Medien und Politik die Stimmung der Hilflosigkeit verstärkt. Auf einen Blick Trotz Aufschwung herrscht noch Zukunftsangst in Deutschland. Zu tief haben Wissenschaft, Medien und Politik im öffentlichen Bewusstsein verankert, dass die Herausforderungen der Globalisierung, Demografie und Staatsverschuldung nur durch weniger Konsum und mehr Arbeit zu bewältigen seien. Diesem profitablen Pessimismus tritt das Projekt„Zukunft 2020“ der FriedrichEbert-Stiftung entgegen, das Wege in eine soziale Zukunft für Deutschland weisen will. Deutsche Zukunftsstudien: Profitabler Pessimismus Pessimistische Zukunftsvisionen hatten in den letzten Jahren Konjunktur in Deutschland. Der Präsident des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, bezweifelte, ob Deutschland noch zu retten sei. 3 Meinhard Miegel, Direktor eines weiteren einflussreichen Instituts(für Wirtschaft und Gesellschaft), spricht von den„geplatzten Wohlstandsillusionen“. 4 Bernd Raffelhüschen, Berater der Regierung, der liberalen Initiative für eine neue soziale Marktwirtschaft und von Versicherungen, sieht in Deutschland einen Flächenbrand und seine Generationenbilanzen als Brandmelder. 5 Auch der Managerkreis der FES spottete„Deutschland – ein Trägheitsmärchen“. 6 Daran
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