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Konfliktdynamik im Länderdreieck Sudan, Tschad und Zentralafrikanische Republik
Entstehung
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Gewalt, führten aber bei Beibehaltung des politischen Systems lediglich zum Austausch der herrschenden Elite und damit zu einem bis heute ungebrochenen Teufelskreis von Unterdrückung und Gewalt. Die sich seit 2005 im Osten des Landes verschlechternde Sicherheitslage lässt sich auf drei unterschiedliche Faktoren zurückführen. Zunächst ist die seit den 60er Jahren andauernde Präsenz verschiedener Rebellengruppen zu nennen, die den spärlich besiedelten Osten traditionell als Rückzugsgebiet nutzen. Die Unterstützung dieser Gruppen durch die sudanesische Regierung hat neben einer Verschlechterung der Sicherheitslage im Osten auch zu einer Schwächung des tschadischen Regimes selbst geführt. Hinzu kamen seit 2005 grenzüberschreitende Angriffe sudanesischer Milizen auf die Zivilbevölkerung. Diese Angriffe haben zwar inzwischen nachgelassen, gleichzeitig aber zur dramatischen Eskalation des dritten Faktors, nämlich gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen ethnischen Gruppen in der Region, geführt. Die sudanesische Strategie zur Destabilisierung des Tschad ist ihrerseits jedoch eine Reaktion auf die tschadische Unterstützung für Rebellengruppen in Darfur gewesen. Diese Förderung der bewaffneten Opposition im jeweiligen Nachbarland hat inzwischen zu einer derart engen Verflechtung der Krisen in beiden Ländern geführt, dass eine dauerhafte Befriedung der Region nur noch unter gleichzeitiger Berücksichtigung beider Konflikte möglich ist. Sudan: Zentrum-Peripherie-Konflikt Auf der sudanesischen Seite der Grenze hat sich nach dem Scheitern des Darfur-Friedensvertrags im Frühjahr 2006 die Spaltung der Rebellenbewegungen fortgesetzt. Angesichts der unüberschaubaren Anzahl kleinster Splitterfraktionen hat sich die Chance auf eine gemeinsame Position der Rebellen bei möglichen Friedensverhandlungen weiter verringert. Die komplexe Konstellation muss zudem um den landesweiten Konflikt zwischen der kleinen Elite im Zentrum des Sudan und zahlreichen marginalisierten Gruppen in den peripheren Gebieten erweitert werden. Die Erfahrung aus dem 2005 mit der südsudanesischen Rebellengruppe SPLM(Sudan Peoples' Liberation Movement) geschlossenen Friedensvertrag und der gleichzeitig in Darfur ausbrechenden Rebellion hat deutlich gemacht, dass eine isolierte Lösung einzelner Teilkonflikte die Gesamtproblematik im Sudan nicht lösen kann. Die SPLM, die zumindest zeitweise eine Gesamtlösung propagiert hat, steht jedoch vor dem Dilemma, dass sie in einem solchen Rahmen einen Teil ihrer mit dem Nord-Süd-Friedensvertrag CPA(Comprehensive Peace Agreement) hart errungenen Privilegien wieder aufgeben müsste. Diese sind allerdings auch angesichts der fast zum Erliegen gekommenen Umsetzung des Friedensvertrags selbst in Gefahr. Entscheidend für die Zukunft des Sudan wird daher sein, ob die SPLM ihre Koalition mit der NCP(National Congress Party) aufrecht erhält oder es zum Bruch der Regierung der Nationalen Einheit und damit aller Wahrscheinlichkeit nach zum Wiederausbruch des Bürgerkriegs kommt. Zentralafrika: Enttäuschte Söldner Auch in der Zentralafrikanischen Republik war in den letzten Jahren eine Eskalation der Gewalt zu beobachten. Diese lässt sich aber maßgeblich auf interne Konflikte in der Folge des Militärputsches von 2003 zurückführen. Neben Anhängern des ehemaligen Präsidenten kämpfen auch genau die Soldaten gegen den neuen Präsidenten Bozizé, die ihm ursprünglich an die Macht verhalfen. Diese Söldner fühlen sich für ihre Leistungen nicht ausreichend entlohnt und wollen ihre offenen Rechnungen nun auf dem Weg der Revolution begleichen. Es ist daher wenig überraschend, dass Rebellengruppen nicht nur im Grenzgebiet zu Darfur, sondern auch im Nord-Westen des Landes entstanden sind. Trotz vereinzelter Berührungspunkte zu den Konflikten in den Nachbarländern, wie etwa den Durchzug tschadischer Rebellen durch den Nord­Osten des Landes bei deren Putschversuch im April 2006, können die Probleme der Zentralafrikanischen Republik noch weitgehend getrennt von den Problemen in den Nachbar­ländern analysiert und gelöst werden. Internationaler Aktionismus ohne Strategie Die Versuche der internationalen Gemeinschaft, zur Lösung der Krisen in der Region beizutragen, waren insbesondere seit Ausbruch der Rebellion in Darfur wenig erfolgreich. Der durchaus ernsthafte Wille und auch der Druck der Öffentlichkeit, angesichts des humanitären Leids'irgendetwas' zur Beendigung der Konflikte tun zu wollen, endete allzu oft in übereiltem Aktionismus ohne eine vorherige, realistische Prüfung der Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen. Die Entwicklung zukünftiger Strategien muss daher auch eine kritische Bewertung des bisherigen Vorgehens zur Grundlage haben. Eine Analyse der bisherigen Vorgehensweise macht drei zentrale Defizite deutlich, die künftig vermieden werden sollten: zunächst die isolierte Betrachtung der einzelnen Konfliktherde, zweitens die mangelnde Kooperation der zahlreichen Akteure und schließlich das Primat militärischer Lösungs­ansätze. Der erste Schritt auf dem Weg zu einer zielführenden Strategie wäre entsprechend die 2