gelegt. Beide Parteien erklären in„Rendezvous“ Klauseln ihre Absicht auch für Dienstleistungen und intellektuelles Eigentum ein Abkommen abzuschließen, nachdem regionale Regelungen in diesen Bereichen umgesetzt wurden. Zu Investitionen, Wettbewerb und öffentlicher Vergabe gibt es kein gemeinsames Abkommen. Das Risiko der Anfechtung des Abkommens durch andere Mitglieder der WTO ist gering. Die Region hat mehr Handlungsfreiraum und kann sich graduell öffnen. Der regionale Zusammenhalt wurde mit dem gemeinsamen Abkommen gesichert und die regionale Integration wird weiter vorangetrieben. Die Regierungen der Region haben den Spielraum, um Sektoren gezielt zu fördern, und begleiten die Umsetzung des WPA mit durchdachten Fördermaßnahmen . Industrie und Landwirtschaft können sich langfristig , dank einer Mischung von effektiver Förderung und gezieltem Schutz , weiter entwickeln und international wettbewerbsfähig werden. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren von der systematischen Vertiefung des regionalen Handels. Die Exporte der Region profitieren von ihrem privilegierten Zugang zu europäischen Märkten. Der Wettbewerbsvorteil den dieser verschafft schrumpft jedoch zunehmend, da die EU ihre Märkte anderen Regionen der Welt zunehmend öffnet. Darüber hinaus bilden Sanitärstandards und Ursprungsregeln trotz technischer Unterstützung weiterhin erhebliche Exporthindernisse. Die Region bemüht sich um Handelspartnerschaften mit anderen Ländern des Südens und kann ihre Exportstruktur so langfristig diversifizieren. Investoren bleiben der Region gegenüber weiterhin zurückhaltend. Die wirtschaftliche Entwicklung macht Fortschritte, das WPA eröffnet Chancen, die jedoch nur dank sehr guter Unterstützungsmaßnahmen und einer gezielten regionalen Entwicklungspolitik genutzt werden können . Szenario III: Alles bleibt wie es ist – Abkommen ja, aber nur für einige Die Verhandlungen scheitern. Die Interessenslage in der Region ist zu divers, die westafrikanischen Länder können sich auf kein gemeinsames Abkommen einigen. Die Least Developed Countries(LDCs) haben dank der Everything But Arms(EBA) Initiative weitgehend freien Zugang zu europäischen Märkten. Die Côte d’Ivoire und Ghana haben ihren präferentiellen Zugang über Interimsabkommen gesichert. Nigeria hat keinen präferentiellen Zugang zu den EU Märkten, verkraftet die Exportverluste aufgrund seiner Öleinnahmen jedoch weiterhin gut. Drei verschiedene Regime regulieren nun den Handel zwischen Westafrika und der EU. Die regionale Integration nimmt erheblichen Schaden, denn europäische Importe gelangen über Côte d’Ivoire und Ghana auf die regionalen Märkte der ECOWAS und der UEMOA. Nigeria schließt seine Grenzen um sich vor dem Warenfluss durch die Hintertür zu schützen. Der gemeinsame Außenzoll der ECOWAS wird erst gar nicht umgesetzt und derjenige der UEMOA ausgesetzt. Die Zollunionen sind damit zerstört. Der Traum eines gemeinsamen Marktes und einer gemeinsamen Währung löst sich in Rauch auf, der regionale Handel sinkt unter sein bereits niedriges Niveau. Dies trifft gerade die kleinen und mittleren Unternehmen, die diesen Markt bislang bedient haben. Die vorsichtige Dynamik gemeinsamer Sektorpolitiken, die sich in den letzten Jahren entwickelt hat, stirbt. Die gemeinsame Landwirtschaftspolitik(ECOWAP) scheitert. Die landwirtschaftliche Produktion bleibt vorwiegend Familienbetrieben überlassen und die Importe von Nahrungsmitteln steigen, denn es gibt keine effektiven Schutzmechanismen. Auch die Industrie bleibt schwach entwickelt, denn die Vielzahl der Handelsregime macht es schwer Chancen zu nutzen. Die westafrikanischen Staaten versuchen individuell ihre Handelspartner über bilaterale Abkommen zu diversifizieren, doch ihre Verhandlungskapazitäten sind auf nationaler Ebene wesentlich schwächer als auf der regionalen. Die so zersplitterte Region ist wenig attraktiv für Investoren. Der Zerfall der Region schwächt ihre Position in den internationalen Handelsbeziehungen weiter, die regionale Integration erhält einen herben Rückschlag und die wirtschaftliche Entwicklung erlahmt. Szenario IV: Alles zurück auf Los! – Keine Einigung, kein Erfolg? Die Verhandlungsparteien können sich auf kein Abkommen einigen. Der politische Druck auf die Côte d’Ivoire und Ghana ihre Abkommen zu kündigen steigt, doch die drohenden finan3
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EU ante portas? : Die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen als Gefahr oder Chance für Westafrika?
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