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EU ante portas? : Die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen als Gefahr oder Chance für Westafrika?
Entstehung
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ziellen Verluste schrecken sie von diesem Schritt ab. Die Region beschließt darauf hin einen Ausgleichsfond zu Gunsten der beiden Länder einzurichten und beide entscheiden sich ihre Abkommen aufzukündigen. Die Region bricht die EPA Verhandlungen ab. Nach der ersten Euphorie wird deutlich, dass es kein leichter Weg ist den die Region gewählt hat. Der beschlossene Ausgleichsfond wird nicht operativ, denn den ärmsten Ländern Westafrikas fehlen die finanziellen Mittel, um die Verluste der Entwicklungsländer zu kom­pensieren. Die wirtschaftlichen Motoren der Region müssen empfindliche Einkommensver­luste verkraften. Die Industrie der Region verliert Absatzmärkte. Der regionale Markt bietet nur wenige Gele­genheiten, neue Handelspartnerschaften müs­sen erst aufgebaut werden. Die Region setzt alle Hoffnungen in den gemeinsamen Markt. Kleinbauern werden geschützt und gefördert, die gemeinsame Landwirtschaftspolitik wird voran getrieben. Die Nahrungsmittelversorgung der Region wird mehr und mehr intern gesi­chert. Langsam entwickeln sich auch verarbei­tende Produktionskapazitäten. Westafrika sucht nach neuen Absatzmärkten, die Handels­strukturen diversifizieren sich. Der Weg zu einer wirtschaftlichen Konsolidie­rung der Region ist lang und angesichts der internationalen Rahmenbedingungen alles an­dere als sicher. Die ärmsten Länder bleiben noch lange arm, die Entwicklungsländer müs­sen herbe finanzielle Verluste verkraften. Die mittelfristigen Gewinne der regionalen Integra­tion stehen den verlorenen Einkommen gegen­über. Kein Königsweg in Sicht Die vier Szenarien zeigen, dass es für die Regi­on keinen Königsweg gibt. Ein gut verhandel­tes WPA mag Chancen erschließen, ohne die richtige, flankierende Politik werden jedoch die Gefahren überwiegen. Ebenso würde ein kom­pletter Verzicht auf ein WPA die Region vor große Herausforderungen stellen. Die Europäi­sche Union sollte den Forderungen der Region wie zum Beispielgeringeren Liberalisierungsra­ten(60%), längerem Umsetzungszeitraum(25 Jahre) und dem Verzicht auf eineMost Favou­red Nation Klausel mit größerer Flexibilität begegnen, um ein entwicklungsfreundliches Abkommen im Sinne Westafrikas zu erzielen. Ebenso wichtig ist jedoch die Ausformulierung und Finanzierung von begleitenden Entwick­lungsprogrammen, um die wirtschaftlichen Akteure der Region in die Lage zu versetzen die Chancen des WPA wahrzunehmen und um die sozialen Auswirkungen der Liberalisierung ge­zielt abzufangen. wìê=^ìíçêáåW= Uta Dirksen ist Vertreterin der Friedrich-Ebert­Stiftung in Benin und Leiterin des Regionalpro­jektes zur regionalen Integration und internati­onalem Handel in Westafrika. Ansprechpartner: Peer Teschendorf Friedrich-Ebert-Stiftung Referat Afrika Hiroshimastraße 17 10785 Berlin Tel: 030-26935-7474 Fax: 030-26935-9217 E-Mail: Peer.Teschendorf@fes.de Internet: www.fes.de/international/afrika 4