Print 
Die Schwellenländer Ostasiens und der G-20-Prozess
Place and Date of Creation
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Januar 2010 Die Schwellenländer Ostasiens und der G-20-Prozess Norbert von Hofmann für die FES Indonesien, Januar 2010 Die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer(G-20) wird vermutlich das entscheidende Forum für Fragen der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Drei ostasiatische Schwellenländer- die VR China, Südkorea und Indonesien- sind Mitglieder in der G-20. Sie begrüßen einhellig die Aufwertung der G-20 zu einem Weltwirtschaftsgipfel. Verglichen mit der G-8 ist die G-20 in ihrer Zusammensetzung aus Industrie- und Entwick­lungsländern wesentlich repräsentativer, dennoch stellt sich die Frage nach der Legitimität. Schwellenländer haben in der G-20 die Möglichkeit, ihre Positionen auf einem Forum gleich­berechtigter Partner vorzutragen. Im Gegenzug müssen sie eine gemeinsame Verantwortung für die Lösung globaler Probleme akzeptieren. Während die Themen der Schwellenländer eher langfristig orientiert sind, sind die Industrie­länder stärker an der kurzfristigen Lösung akuter Probleme interessiert, woraus sich die Frage ergibt, inwieweit die G-20 eine Zukunft hat. Wenn die G-20 über die Finanzkrise hinaus Bestand haben soll, müssen die Schwellenländer bereit sein, über spezifische Süd-Süd-Koalitionen hinaus auch Nord-Süd-Koalitionen einzuge­hen. Vorgeschichte Der Ursprung der dêìééÉ=ÇÉê=òï~åòáÖ=ïáÅÜíáÖëJ íÉå= fåÇìëíêáÉJ= ìåÇ= pÅÜïÉääÉåä®åÇÉê(G-20) liegt in einem Kamingespräch auf Schloss Rambouil­let in der Nähe von Paris, wo sich 1975 die sechs Staats- und Regierungschefs aus der Bundesre­publik Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den USA trafen. Ein Jahr spä­ter wurde auch Kanada in diesenClub auf­genommen und es entstand die G-7. Das jährli­che Treffen war als ein informelles Forum ge­dacht, auf dem in kleinem Kreise über Finanz­und Währungsfragen diskutiert werden konnte. Im Laufe der Jahre schoben sich jedoch immer stärker außen- und außenwirtschaftspolitische Themen in den Vordergrund. Fragen der Welt­politik sollten in gemeinsamer Verantwortung und im Konsens erörtert werden. 1998 wurde die G-7 um Russland erweitert(Vollmitglied seit 2002) und es entstand die G-8. Zum G-8-Gipfel 2005 in Gleneagles/ Großbri­tannien wurden auf Wunsch der Europäer erst­mals auch die Staats- und Regierungschefs der fünf wichtigsten Schwellenländer(Brasilien, In­dien, China, Mexiko und Südafrika) eingeladen. Man versprach sich von der G-8+5 eine breitere demokratischere Legitimation des Gipfels sowie eine effektivere Zusammenarbeit bei globalen Themen, wie zum Beispiel dem Klimaschutz. Fragen zur globalen Klimaveränderung standen erstmals ganz oben auf der Tagesordnung. Beim G-8 Gipfel 2007 in Heiligendamm wurde dann ein zweijähriger Dialogprozess zu den Themen Investitionsbedingungen, Innovationen/ Schutz geistigen Eigentums, Energieeffizienz und Ent­wicklungszusammenarbeit mit den genannten fünf Schwellenländern vereinbart. Die Gruppe der Zwanzig Im Gegensatz zur G-8 oder G-8+5 handelte es sich bei der 1999 gegründeten G-20 zumindest anfangs nicht um ein Gipfeltreffen, sondern um einen informellen Zusammenschluss aus 19 Staaten und der Europäischen Union(EU), der als ein Forum für Finanzminister und Zentral-