_êáÉÑáåÖ=m~éÉê des däçÄ~ä=bÅçåçãáÅ=dçîÉêå~åÅÉ= mêçÖê~ããÉ zufolge, dienten die G-20-Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs in den Jahren 1999 bis 2007 in erster Linie dazu, Unterstützung für die Politik der G-7 zu mobilisieren. Nach wie vor ist Europa in der G-20 weit überrepräsentiert und andere Kontinente, wie zum Beispiel Afrika mit nur einem Mitglied (Südafrika), erheblich benachteiligt. Dies ist umso verwunderlicher, weil die G-8 sich seit langem der Entwicklung Afrikas verpflichtet fühlt. Deshalb müssen die Schwellenländer darauf achten, dass die Agenda der G-20 nicht nur im Interesse der USA oder Europas liegt, sondern im Interesse der gesamten Welt. Wie schwierig dies ist und wie misstrauisch die G-20 von den Entwicklungsländern beobachtet wird, wurde in Kopenhagen deutlich. Wie schon bei der G-8 stellt sich auch bei der G-20 immer wieder die Frage nach der Legitimität. Die G-20 hat das Potential für vielfältige, sich überschneidende und wechselnde Allianzen zwischen Schwellen- und Industrieländern. Nur auf der Basis solcher Nord-Süd-Allianzen können sich Chancen für Vertrauensbildung, wechselseitige Tauschgeschäfte und themenübergreifende Kompromisse entwickeln, die für eine Zukunft der G-20 unbedingt erforderlich sind. So wäre zum Beispiel in der Frage der Agrarhandelspolitik eine temporäre Koalition aus Argentinien, Australien, Brasilien und Kanada gegen die Agrarschutzpolitik der Europäer, Japans und der USA denkbar. Oder im Zusammenhang mit der Energiepolitik könnte eine Koalition der Energie produzierenden Länder wie Indonesien, Mexiko, Russland und Saudi Arabien Fragen einer stabilen Energieversorgung und Nachfrage mit den Energieabnehmern wie China, Europa, Japan, Südafrika und den USA diskutieren. Vor dem Pittsburgh-Gipfel gab es eine Reihe ambitionierter Vorschläge von Seiten Chinas oder auch Brasiliens zu Themen wie Armutsbekämpfung, Reform der Bretton-WoodsInstitutionen und Protektionismus. Alle diese Themen sind mehr oder weniger langfristig angelegt. Im Gegensatz dazu schienen die Industrieländer mehr an der kurzfristigen Lösung akuter Probleme zur Überwindung der Finanzkrise interessiert, zum Beispiel durch die stärkere Regulierung der Finanzmärkte. Auch diese zwei gegensätzlichen Gewichtungen auf kurz- bzw. langfristig angelegte Vorhaben werfen die Frage nach der Zukunft der G-20 auf, sobald die Finanz- und Wirtschaftskrise überwunden ist. Die Übernahme des G-20-Vorsitzes und des nächsten Gipfeltreffens durch Südkorea werden ein kritischer Test dafür sein, inwieweit die Schwellenländer in der Lage sind, ein derartiges Forum durchzuführen und am Leben zu erhalten. Für die Zukunft der G-20 hängt viel von der erfolgreichen Ausrichtung und Moderation des November-Gipfels 2010 ab. ∗ Norbert von Hofmann ist unabhängiger Consultant zu Themen der Kooperation zwischen Südostasien und Europa. Zuvor war er Leiter des Büros für Regionale Zusammenarbeit in Südostasien der Friedrich-Ebert-Stiftung in Singapur. Ansprechpartner: Daniel Reichart, Tel.: 030/26935-7450, E-Mail: Daniel.Reichart@fes.de(verantwortlich) Ingo Schafhausen, Tel.: 030/26935-7451, E-Mail: Ingo.Schafhausen@fes.de Friedrich-Ebert-Stiftung Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Referat Asien und Pazifik Hiroshimastrasse 28, 10785 Berlin, Fax: 030/26935-9211 Die Kurzberichte sowie Informationen zur Arbeit der FES in Asien finden Sie unter: www.fes.de/asien . - 6-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten