schen Lage auf der koreanischen Halbinsel als ein Mittler zwischen den in der Region aktiven Großmächten. Doch sind dabei einem kleinen, abhängigen Land wie Südkorea enge Grenzen gesetzt und das gilt natürlich erst recht für die globale Agenda der G-20. Auf dem Pittsburgh-Gipfel hatte sich Asiens viertgrößte Volkswirtschaft vor allem als Befürworter von Freihandel und Arbeitsmarktliberalisierung präsentiert, aber sich auch aktiv für die Überwachung und Umsetzung der in Washington und London vereinbarten Beschlüsse eingesetzt. So vermittelte Südkorea unter anderem zwischen der Notwendigkeit langfristig orientierter makroökonomischer Politik und kurzfristig erforderlichen Regelungen zur Lösung der Finanzmarktkrise. Dazu gehörten Fragen wie zum Beispiel die Koordination von Konjunkturprogrammen, die Verhinderung eines zunehmenden Protektionismus und die Unterstützung von Entwicklungsländern durch die Ausweitung der IWF-Mitteln. Südkorea selbst versprach, dem IWF weitere 10 Milliarden US-Dollarzukommen zu lassen. Indonesien und der G-20-Prozess Auch der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono lobte die Entscheidung des Pittsburgh-Gipfels, den„Club“ der acht größten Volkswirtschaften in die G-20 einzubinden:„Indonesien erwartet, dass die G-20 eine permanente Institution wird und hält dies für eine positive Entwicklung, denn die G-7 oder G-8 beschränken sich ausschließlich auf industrialisierte Länder, die meisten von ihnen in Europa. Aus Asien wäre nur Japan dabei.“ In seiner Rede an der Harvard Universität unmittelbar nach dem Gipfeltreffen in Pittsburgh sagte Präsident Yudhoyono unter anderem:„Für mich ist die G-20 ein Ausdruck für die Veränderungen in der Weltpolitik. Die G-20(…) ist nicht nur ein wirtschaftliches Machtgefüge – es ist auch ein zivilisatorisches Machgefüge“ und er unterstrich damit Indonesiens Platz in der G-20, wenn auch nicht als ein wirtschaftliches, so doch als ein zivilisatorisches Schwergewicht. Schließlich ist Indonesien das größte islamisch geprägte Land der Welt. Obwohl auch für Indonesien die Frage nach der Legitimität und der Vertretung anderer, nicht G20-Länder, noch nicht endgültig geklärt ist, sieht die indonesische Regierung die G-20 doch als das zur Zeit am besten geeignete und repräsentative Forum, um die Diskussion über international koordinierte Aktionen effizienter, effektiver und zeitgerechter voranzubringen und um seine politischen Vorstellungen auf einem Gipfeltreffen der wichtigsten Länder der Welt vorzutragen. Dennoch muss der Grad der Inklusivität verbessert werden. Aus indonesischer Sicht sollte die G-20 ein Programm zur Zusammenarbeit mit anderen Volkswirtschaften, die nicht Mitglied der Gruppe sind, initiieren. Ein positives Beispiel ist der Beschluss der Staats- und Regierungschefs der zehn ASEAN-Mitgliedsstaaten auf ihrem Gipfeltreffen im Oktober 2009 in Thailand, eine Kontaktgruppe zu bilden, bestehend aus dem jeweiligen ASEAN-Mitgliedsstaat, welcher den Vorsitz inne hat, aus dem G-20-Mitglied Indonesien und aus dem ASEANGeneralsekretär. Diese Kontaktgruppe soll vor den G-20 Treffen die unterschiedlichen Positionen der ASEAN-Mitgliedsstaaten koordinieren. Indonesiens Mitgliedschaft in der G-20, noch dazu als einziges ASEAN-Mitglied, ist auch eine Bestätigung für die wachsende internationale Bedeutung des Landes. Indonesien hat auf den beiden letzten Gipfeln eine Reihe von wichtigen Initiativen eingebracht, so zum Beispiel in London zur Reform der Internationalen Finanzinstitutionen und deren Beitrag zur Unterstützung der Schwellenländer bei der Überwindung der Weltwirtschaftskrise. Indonesien hält gemeinsam mit Frankreich den Vorsitz in der G-20Arbeitsgruppe 4 zur ‚Reform der Weltbank und anderer multilateraler Entwicklungsbanken’. Auch zur Klimapolitik ist Indonesien bereit, seinen Beitrag zu leisten. Auf dem PittsburghGipfel rief Präsident Yudhoyono den Teilnehmern zu:„Erlaubt nicht den Führern der wichtigsten Länder der Welt, die gleichzeitig die größten Treibhausgas-Verursacher sind, sich in Pittsburgh zu versammeln, ohne eine klare Aussage zum Klimawandel zu machen.“ Indonesien selbst ging mit gutem Beispiel voran und der Präsident verkündete einen nationalen Aktionsplan, dem zufolge Indonesiens Emissionen bis 2020 um 26% verringert werden sollen, - 4-
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