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Bildung - ein sozialdemokratisches Zukunftsthema
Entstehung
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4 Vorwort Als der Philosoph und Theologe Georg Picht 1964 eineDeut­sche Bildungskatastrophe diagnostizierte, entfaltete sich bun­desweit eine intensive Debatte über die Frage, ob und gegebe­nenfalls wie das Bildungssystem reformiert werden müsse. Bildung war nach dem Verständnis der SPD eine Zukunftsin­vestition und sollte auf die sich wandelnden Anforderungen im modernen Wirtschafts- und Arbeitsleben vorbereiten helfen. Im Jahr 1969 kündigte Willy Brandt in seiner viel zitierten Regie­rungserklärungMehr Demokratie wagen an, er werdeBil­dung und Ausbildung, Wissenschaft und Forschung an die Spitze der Reformen stellen. Die 1960er und frühen 1970er Jahre waren eine Hochphase der Bildungspolitik. Vor allem die SPD und die Gewerkschaften drängten darauf, Chancengerechtigkeit zu schaffen. Soziale Un­gleichheiten sollten nicht mehr länger durch das Bildungssystem reproduziert werden, die Herkunft nicht mehr über die Zukunft entscheiden. Die Förderung von bildungsfernen Schichten sowie von Frauen wurde massiv ausgeweitet. Insgesamt lässt sich eine Demokratisierung des Bildungssys­tems verzeichnen, und zwar von der vorschulischen Bildung über die Schule bis hin zur Öffnung der Universitäten und der Errichtung von Gesamthochschulen. Auch die berufliche Bil­dung wurde reformiert(vom Lehrling zumAzubi) sowie die Erwachsenenbildung mit dem Ziel des lebenslangen Lernens gestärkt.