19 sagen: Im Gegensatz zu August Bebels Zeiten, und auch noch im Gegensatz zu Willy Brandts Zeiten, können wir Bildungspolitik heute nicht mehr allein unter nationalen Gesichtspunkten diskutieren. Wir streben einen europäischen Bildungsraum an, in dem es einen engen gegenseitigen Austausch gibt, in dem die Bildungsabschlüsse miteinander vergleichbar sind und in dem erheblich mehr grenzübergreifende Perspektiven für junge Menschen entstehen sollen – übrigens nicht nur für Studierende. Viele europäische Staaten sind nicht nur weiter in der Entwicklung ihrer Bildungssysteme. Sie arbeiten nicht nur moderner, erfolgreicher und gerechter. Sie orientieren sich auch insgesamt stärker europäisch. In Deutschland habe ich hingegen den Eindruck – etwa wenn ich als Bundesratsbeauftragte in der Kultusministerkonferenz über den europäischen Bildungsministerrat berichte – dass europäische Entwicklungen im Schulbereich als weitgehend irrelevant für deutsche Bildungspolitik angesehen werden. Im Moment sieht es eher so aus, als ob schon die Überwindung von Ländergrenzen innerhalb Deutschlands ein großer Fortschritt wäre. Wenn wir Europa ernst nehmen, muss uns diese Perspektive aber genauso wichtig sein. Ich bitte darum, das im Blick zu behalten, auch wenn sich unsere Diskussion heute vorwiegend um die nationale Entwicklung dreht. Um vor diesem Hintergrund nun die wichtigste Herausforderung der Bildungspolitik aus meiner Sicht in Deutschland zu beschreiben, will ich eine Frage aufnehmen, die sich aus Dieter
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