FES OnlineAkademie- WM Spezial 2010 Sport und Homosexualität Jörg Steinert © 2008 Bernd Boscolo/ pixelio.de Es gibt schwule Friseure, schwule Modedesigner und schwule Flugbegleiter – soweit reicht das Weltbild vieler Menschen. Doch es gibt offiziell keinen einzigen schwulen ProfiFußballer. Ein Berliner Radiosender startete daher im Mai 2010 das Morgenquiz„ProfiFußballer oder schwul?“. Einigen Zuhörern war dies zu viel der Provokation. Sie beschwerten sich beim Radiosender, da sie homophobe 1 Ressentiments vermuteten. Und auch der Lesbenund Schwulenverband in Deutschland(LSVD) e.V. intervenierte. Das Sendeformat mag provoziert haben, aber es beschreibt zugleich eine reale Situation. Fußball ist ein Schlachtfeld der Emotionen, doch beim Thema Homosexualität hört der Spaß auf. Mitte der 1990er Jahre äußerte der Fußballprofi Lothar Matthäus die Meinung, dass ein Schwuler nicht Fußball spielen könne. Und auch noch im Jahr 2010 empfiehlt der deutsche Fußballfunktionär Rudi Assauer schwulen Fußballspielern, sich einen anderen Sport zu suchen, da sie ansonsten„plattgemacht werden“. Kommen solche Äußerungen einer Kapitulation gegenüber der grassierenden Homophobie im Fußball gleich? Oder gibt es gar keine homosexuellen Kicker? 1 Homophob/ Homophobie: Feindseligkeit gegenüber Lesben und Schwulen.
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