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Sport und Homosexualität
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FES OnlineAkademie- WM Spezial 2010 Sport und Homosexualität Tabuthema Homosexualität Wann immer es um Homosexualität im Sport geht, darf die Anmerkung nicht fehlen, dass es sich noch immer um ein großes Tabu in unserer Gesellschaft handelt. Auch die WanderausstellungGegen die Regeln, welche im Frühjahr 2010 im Berliner Rathaus auf Tour geschickt wurde, kommt nicht ohne diesen Hinweis aus. Die Ausstellung leistet zugleich einen Beitrag dazu, die Aussage zu entkräften. Lesben und Schwule im Leistungssport- das kann ohne größere Probleme funktionieren. Wie z.B. bei der deutschen Radsportlerin Judith Arndt, Silbermedaillengewinnerin von Athen 2004. Die Sponsoren sind ihr treu geblieben und die Bild-Zeitung hat eine freundliche Homestory geschrieben. Die Ausstellung nennt insgesamt 100 Sportlerinnen und Sportler, die offen homosexuell leben - wenngleich viele erst nach Abschluss ihrer Karriere. Die Tennisspielerin Martina Navratilova steht ebenso auf der Liste wie der kanadische Schwimm-Olympiasieger Mark Tewksbury. Schwule Profi-Fußballer hingegen sind nicht bekannt. Dabei müsste zumindest statistisch betrachtet einer von elf Spielern auf dem Platz schwul sein. Doch bis heute gibt es keinen geouteten Spieler in der Fußball-Bundesliga. Daraus zu schlussfolgern, es gäbe keine Homosexuellen im Fußball, wäre falsch. Dem Fußball-MagazinRUND sind schwule Profis bekannt; Namen können aber nicht genannt werden, da das Klima im Fußball so das Magazin immer noch extrem schwulenfeindlich ist. Und auch Tatjana Eggeling kann bestätigen, dass es homosexuelle Profis in der deutschen Bundesliga gibt. Eggeling forscht seit über fünf Jahren über Homophobie im Fußball und berät schwule Spieler aus der Ersten Bundesliga. Die Spieler suchen einen Weg, ihren Leidensdruck zu verringern. Nach wie vor sehen sie sich genötigt, im Geheimen ihrer sexuellen Orientierung nachzugehen trotz der damit verbundenen Selbstverleugnung. Es gibt viele Anlässe, bei denen ein Spieler mit einer Begleiterin auftauchen sollte. Oft wird eine Hostess gebucht oder eine Bekannte gefragt. Längere Zeit ohne Begleiterin aufzutauchen, das geht für einen homosexuellen Spieler nicht. Um der Norm und dem Idealbild des heterosexuellen Sportlers zu entsprechen, wird von homosexuellen Spitzensportlern mitunter eine mühsam konstruierte Doppelidentität mit Frau und Kindern geschaffen. www.fes-online-akademie.de/ Seite 2 von 10