FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG – DEMOKRATIEVERTRAUEN IN KRISENZEITEN 16 nig oder gar keine Sorgen. Vor neuen Pandemien ähnlich wie Corona sorgt sich eine knappe Mehrheit. DER KLIMAWANDEL BEREITET DIE GRÖSSTEN SORGEN Zuwanderung, wo die Werte etwa gleichauf liegen, machen sich die weiblichen Befragten durchweg mehr Sorgen als die männlichen; am größten sind die Abweichungen bei der Kriegsgefahr(18 Prozentpunkte mehr) und beim Rechtsextremismus(16 Prozentpunkte mehr). Vor allem bei den die ökonomische Entwicklung betreffenden Sorgen, aber auch bei der Kriegsgefahr sind die Werte im Osten Deutschlands höher als im Westen, bei der Feindseligkeit und der Rechtsextremismusgefahr liegen sie in etwa gleichauf. Die größten Unterschiede bestehen bei der Zuwanderung, die im Osten von 67 Prozent mit Sorge betrachtet wird, im Westen dagegen nur von 42 Prozent. Überraschend gering sind die Unterschiede beim Klimawandel und bei Corona, wo die ostdeutschen Befragten nur unwesentlich weniger oder genauso viel Sorgen hegen wie die westdeutschen(beim Klimawandel 83 Prozent im Westen und 77 Prozent im Osten, bei Corona 52 bzw. 53 Prozent). Ältere Wähler_innen sorgen sich vor den Folgen des Klimawandels genauso wie jüngere Blickt man in die Untergruppen, sorgen sich die älteren Wähler_innengruppen mehr vor Corona, der Zuwanderung und dem zunehmenden Rechtsextremismus als die jüngeren. Bei den übrigen Items sind die Werte relativ gleichmäßig verteilt, was insbesondere beim Klimaschutz durchaus überraschend ist: Dieser treibt die Angehörigen der jüngsten und zweitjüngsten Altersgruppe weniger um als die über 65-Jährigen(79 und 76 gegenüber 83 Prozent). Die Sorge vor Wohlstandsverlust und einem sinkenden Niveau der sozialen Sicherung wird in der zweitältesten Gruppe der 50- bis 64-Jährigen mit 68 bzw. 77 Prozent am meisten geteilt. Bei allen Items mit Ausnahme der FRAUEN SORGEN SICH DEUTLICH MEHR VOR KRIEG UND RECHTSEXTREMISMUS Das Thema Zuwanderung polarisiert am meisten Was Bildung, Schichtzugehörigkeit, Migrationshintergrund und Erwerbsstatus angeht, erfahren alle Items mit Ausnahme des Klimawandels bei den schlechtergestellten Bevölkerungsgruppen höhere Zustimmung als bei den bessergestellten, wobei die Unterschiede auch beim Klimawandel nicht sehr groß sind. Diesen betrachten 78 Prozent der Niedriggebildeten und 79 Prozent aus der Unter- bzw. Arbeiter_innenschicht mit Sorge(gegenüber 83 Prozent bei den am höchsten Gebildeten und 80 Prozent bei den Angehörigen der oberen Mittel- und Oberschicht). Am stärksten sind die Unterschiede bei der Bewertung der Zuwanderung, die mit 63 Prozent unter den Niedriggebildeten als Sorge bereitendes Thema eine mehr als doppelt so hohe Zustimmung erfährt wie unter den Befragten mit hoher Bildung(29 Prozent). Bezieht man die soziale Schichtung in die Auswertung mit ein, beträgt das Verhältnis 59 zu 31 Prozent. Dass Befragte mit Migrationshintergrund zwar nicht mehrheitlich, aber fast genauso kritisch auf die Zuwanderung blicken wie die eingesessene Bevölkerung(43 gegenüber 45 Prozent), hatte sich schon in unserer Studie von 2019 gezeigt. Blickt man auf die politischen Variablen, zeigen sich die größten Unterschiede erneut bei der Zuwanderung, die Abbildung 3 ZUKUNFTSSORGEN: Sorgen bereitende gesellschaftliche Entwicklungen(in%) 100 4,8 90 15,1 80 70 60 46,6 50 40 30 20 33,5 10 0 Klima 2,3 17,7 54,4 25,6 Hass und Feindseligkeit 2,7 3,3 3,3 8,3 5 8 19 23 23,2 23,4 25,2 31,1 40,2 36,1 46,2 52,2 49,7 43,1 46,5 40,4 27,7 28,1 21,3 23,6 Krieg Verlust Inflation sozialer Sicherheit 23,4 17,4 Rechts- Wohlstandsextremismus verlust 11,4 Pandemien 17,2 Migration n= 2.481–2.502 Quelle: Umfrage FES/Universität Bonn 2022 macht mir wenig Sorgen macht große Sorgen macht mir gar keine Sorgen macht sehr große Sorgen
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Demokratievertrauen in Krisenzeiten : wie blicken die Menschen in Deutschland auf Politik, Institutionen und Gesellschaft?
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