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Demokratievertrauen in Krisenzeiten : wie blicken die Menschen in Deutschland auf Politik, Institutionen und Gesellschaft?
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FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG DEMOKRATIEVERTRAUEN IN KRISENZEITEN 20 Abbildung 8 POLITISCHE(SELBST-)WIRKSAMKEIT(in%) 100 7 90 16,9 80 70 60 38,3 50 40 30 20 37,8 10 0 Die politischen Probleme sind heute so kompliziert geworden, dass sie nur sehr schwer zu durchschauen sind. 9,7 29,2 42,4 18,7 Es fällt schwer, politische Entscheidungen einer bestimmten Partei oder Person zuzuordnen. 10,4 21,4 32,5 35,7 Jenseits von Wahlen gibt es für die Bürger nicht genügend Beteiligungsmöglichkeiten. n= 2.425–2.470 Quelle: Umfrage FES/Universität Bonn 2022 stimme eher nicht zu stimme eher zu stimme überhaupt nicht zu stimme voll und ganz zu Unterschied, wer regiert auch in der politischen Mitte? Bei dem häufig verwendeten Item, es mache keinen Un­terschied, wer an der Regierung sei, wurde bei zwei Drit­teln des Samples eine alternative Formulierung getestet, die die politischen Ränder von dieser Behauptung aus­nimmt, um herauszufinden, inwiefern auch verschiedene Bündnisse in der politischen Mitte als unterschiedlich wahrgenommen werden. Tatsächlich weicht das Ant­wortverhalten für die beiden Item-Varianten deutlich voneinander ab: Nimmt man die politischen Ränder nicht explizit aus, macht die Regierungszusammensetzung für 60 Prozent der Befragten einen Unterschied; konzentriert man das Item hingegen auf die politische Mitte, gilt dies nur für 49 Prozent und nur für 18 Prozent in hohem Maße(inklusive politischer Ränder: 31 Prozent). Im Drittel des Samples mit unverändertem Item verschiebt sich die Bewertung um drei Punkte in Richtungkein Unter­schied. Die Befunde markieren eine problematische Pro­filschwäche der verschiedenen(lagerübergreifenden) Mitte-Bündnisse. tionsmöglichkeiten geht. Frauen geben häufiger als Män­ner Probleme beim Verständnis politischer Sachfragen (79 vs. 73 Prozent) und bei der Zurechnung politischer Verantwortung(63 vs. 59 Prozent) an. Hochgebildete und Oberschichtzugehörige finden politische Probleme rund doppelt so häufig gut verständlich und Entscheidun­gen rund anderthalbmal so häufig gut zurechenbar wie die Gruppen mit niedrigerem sozialen Status. In Ostdeutschland und in Landgemeinden finden nur je zwei Fünftel, dass es auch jenseits der Ränder einen Un­terschied mache, wer die Regierung stellt. Noch weniger sind es bei den Niedriggebildeten und Unterschichtzuge­hörigen. Unter den Altersgruppen gehen nur die unter 35-Jährigen mehrheitlich davon aus, dass die Regierungs­zusammensetzung wichtig ist. Zugleich ist dies aber auch die Altersklasse, der die Beteiligungsmöglichkeiten be­sonders häufig nicht ausreichen(76 Prozent). Ähnliche Werte finden sich sonst nur bei den unteren Schichten und Einkommen. Selbstwirksamkeit: Wer durchdringt die Politik? Wer will mehr Beteiligung? Selbst unter den politisch(sehr) stark Interessierten fin­den 71 Prozent die Politik sehr schwer zu durchdringen. Auf deren Verstehbarkeit scheint sich die Nutzung von Qualitätsmedien kaum auszuwirken. Diese ist für die Zu­rechnung politischer Verantwortung aber ähnlich hilf­reich wie politisches Interesse(um rund 13 Prozentpunkte höhere Werte als in den Gegengruppen). Politisch Inter­essierte, vor allem aber Qualitätsmedien Nutzende kom­men auch deutlich häufiger zu einem positiven Fazit, wenn es um die Beurteilung der Unterschiedlichkeit ver­schiedener Regierungen und der bestehenden Partizipa­JÜNGERE BEKLAGEN MANGELNDE BETEILIGUNGSMÖGLICHKEITEN BESONDERS Nichtwähler_innen finden die politischen Probleme über­proportional oft schwer durchschaubar(86 Prozent), ebenso wie Befragte mit quasipopulistischer Einstellung (80 Prozent). In beiden Gruppen wie auch im AfD-An­hang findet weniger als ein Drittel politische Verantwor­tung leicht zuzuordnen. Den sich nah an den politischen Rändern einordnenden Wähler_innen scheint dies besser zu gelingen als jenen in der Mitte.