FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG – DEMOKRATIEVERTRAUEN IN KRISENZEITEN 46 Abbildung 33 ZUFRIEDENHEIT MIT CORONAPOLITIK nach Institutionenvertrauen(in%) Bundesregierung hoch 7,1 61,7 Bundesregierung niedrig 2,6 22,3 42,3 Bundestag hoch 6,3 Bundestag niedrig 2,8 23,9 60,2 41,4 Bundesverfassungsgericht hoch 6 Bundesverfassungsgericht niedrig 0,9 17,3 48,9 37 (öffentlich-rechtliche) Medien hoch 7,4 (öffentlich-rechtliche) Medien niedrig 2,5 28,4 56,1 39,1 Wissenschaft/Universitäten... hoch 5 Wissenschaft/Universitäten... niedrig 2,5 19 44,5 35,2 0 10 20 30 40 50 60 28 3,2 32,8 29,6 3,9 31,9 35,4 9,8 44,8 32,5 4 30,1 36,9 43,2 70 80 13,7 90 100 n= 2.381–2.425 Quelle: Umfrage FES/Universität Bonn 2022 ziemlich zufrieden weniger zufrieden sehr zufrieden überhaupt nicht zufrieden heit mit der Arbeit der Politik in der Coronakrise sehr oder ziemlich zufrieden sind, ist es in der Gruppe der Demokratieunzufriedenen nur ein gutes Fünftel. Weniger krass, aber dennoch deutlich sind die Unterschiede unter Berücksichtigung des sozialen und des Zukunftsvertrauens. Diejenigen, die sich durch ein hohes soziales und Zukunftsvertrauen auszeichnen, zeigen sich mehrheitlich zufriedener als diejenigen mit niedrigem sozialem und Zukunftsvertrauen. wissen, was die Politik in dieser Situation am besten tun solle. Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent der Befragten meint, die Politik solle die Steuern auf hohe Einkommen und Vermögen erhöhen, um mehr Einnahmen zu erzielen. DEUTLICHE MEHRHEIT: STEUERN AUF HOHE EINKOMMEN UND VERMÖGEN ERHÖHEN Bemerkenswert ist des Weiteren, dass in der Gruppe der Interviewten, die auf die Frage, wer am besten über Gesetze entscheiden sollte, mit„eine einzelne Führungspersönlichkeit mit umfassender Entscheidungsmacht“ geantwortet haben, 71 Prozent mit der Regierungsarbeit in der Coronakrise sehr oder ziemlich zufrieden sind. Bei denjenigen, die am liebsten gewählte Abgeordnete und Regierungsvertreter_innen Gesetze verabschieden lassen, liegen die Zufriedenheitswerte bei 64 Prozent; die Befragten, die neutralen Expert_innen oder Verfassungsgerichten bzw. fachlichen Expert_innen im jeweiligen Themenbereich die Gesetzgebung überlassen möchten, sind zu 46 Prozent sehr oder ziemlich zufrieden, während es bei denjenigen, die die Bürger_innen in regelmäßigen Volksentscheiden beteiligt sehen wollen, gerade einmal 29 Prozent sind. HÖHERE STEUERN, MEHR SCHULDEN ODER AUSGABENBEGRENZUNGEN? Für die großen Zukunftsaufgaben wie Klimaschutz, Bildung, Digitalisierung und soziale Gerechtigkeit sind hohe Investitionen notwendig. Gleichzeitig verursachen die Folgen der Coronapandemie und des Ukrainekriegs immense zusätzliche Kosten. Daher wollten wir von den Befragten Immerhin 32 Prozent der Interviewten sind der Ansicht, sie solle die Ausgaben kürzen und so Geld einsparen. Nur eine kleine Minderheit von elf Prozent vertritt dagegen die Position, die Politik solle noch mehr Schulden aufnehmen. Während sich unter Berücksichtigung des Geschlechts und des Migrationshintergrunds keine großen Unterschiede identifizieren lassen, differiert das Antwortverhalten je nach Region und Bildungsgrad. So sind im Norden (66 Prozent) und Osten(65 Prozent) die Befragten eher geneigt, Steuern auf hohe Einkommen und Vermögen zu erhöhen, als im Süden und Westen(je 53 Prozent). Umgekehrt befürworten die Interviewten im Süden(36 Prozent) und im Westen(35 Prozent) stärker Ausgabenkürzungen als im Osten(27 Prozent) und im Norden(24 Prozent). Die Befragten mit einem hohen Bildungsgrad neigen eher als die formal niedriger Gebildeten zu einer größeren Schuldenaufnahme(15 gegenüber fünf Prozent). Dafür befürworten Letztere häufiger Erhöhungen der Steuer auf hohe Einkommen und Vermögen als Erstere(62 gegenüber 54 Prozent). Kaum ein Unterschied findet sich bei den Befürworter_innen von Ausgabenkürzungen: 33 Prozent der Niedriggebildeten und 31 Prozent der höher Gebildeten sprechen sich dafür aus.
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Demokratievertrauen in Krisenzeiten : wie blicken die Menschen in Deutschland auf Politik, Institutionen und Gesellschaft?
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