FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG – POLITIK FÜR EUROPA 2 ZUSAMMENFASSUNG Dieser Bericht beruht auf einer intersektionalen, öko-feministischen Analyse, um Lücken in drei der wichtigsten Bereiche bei der Formulierung des European Green Deals(EGD) zu identifizieren: Energie, Verkehr und Landwirtschaft. Der EGD ist in weiten Teilen geschlechterblind, trotz des Ziels der Kommission Von der Leyen, eine Union der Gleichheit zu schaffen. Dieser Bericht formuliert Empfehlungen, wie sich die Politik der Europäischen Union(EU) zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen von Geschlechterblindheit wandeln muss hin zu Gender-Transformation, um zugleich die Klima- wie auch die Gleichstellungsziele besser erreichen zu können. Indem er die Frage nach der Geschlechtergerechtigkeit in den größeren Kontext der Transformation des europäischen Wirtschaftssystems bringt, lädt er zugleich dazu ein, den European Green Deal nicht mehr als eine Wachstumsstrategie zu sehen, die immer noch darauf fokussiert, das Wirtschaftsvolumen zu vergrößern(gemessen als Wachstum des Bruttosozialprodukts(BSP)), sondern vielmehr eine Gemeinwohlökonomie anzustreben, die auf der Sorge für Menschen und den Planeten fokussiert. Neben allgemeinen Instrumenten und Handlungsempfehlungen, um sicherzustellen, dass die Klimapolitik die Geschlechtergerechtigkeit vergrößert und nicht unterläuft(wie beispielsweise den Bedarf an nach Geschlecht aufgeschlüsselten Daten, systematischer geschlechtsspezifischer Haushaltsplanung, Vorabbewertung von geschlechtsspezifischen Auswirkungen, verbesserte Strategien zur Sicherung von Parität in politischer Repräsentation und Klimaverhandlungen), liefert dieser Bericht sektorspezifische Empfehlungen für klimabezogene Strategien, die zur Zeit auf der politischen Tagesordnung stehen. ENERGIE – Eine geschlechtsbewusste Version des Förderplans für die Renovierungswelle und die Erneuerbare-Energien-Richtlinie(Renewable Energy Directive – RED), die Kriterien zur Erhöhung des Anteils an Frauen in den davon profitierenden Branchen enthält und auch den Bereich der Sorgearbeit als einen davon begünstigten Bereich einbezieht. – Den Ansatz überarbeiten, wie Verbraucher*innen zu den wichtigsten Akteuren des Energie-Wandels in der RED II werden können und zugleich ein geschlechtergerechtes Prosumer-Modell genutzt wird, das sicherstellt, dass Frauen und Männer an dezentralisierten Konzepten teilhaben und von ihnen profitieren können. – Eine allgemeine Definition für Energiearmut einführen, die ihre Vielschichtigkeit einfängt und zugleich die beitragenden Faktoren, inklusive Geschlecht, abdeckt. VERKEHRSWESEN – Ein massiver Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs(ÖPNV) durch Mobilitätsdienste, die niedrigen (irgendwann auch keinen) Kohlenstoffausstoß haben, fair, bezahlbar, sicher und gut zugänglich sind sowie für alle von Nutzen sind, mit einem Hauptaugenmerk auf die Mobilitätsbedürfnisse von Frauen ebenso wie von Gruppen mit niedrigem Einkommen und marginalisierte städtische und ländliche Gemeinschaften, Menschen mit anderen, spezifischen Mobilitätsbedarfen(z. B. Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen) und Menschen mit besonderem Sicherheitsbedürfnissen im öffentlichen Verkehr(z. B. trans- und nicht-binäre Menschen). – Die Förderung nicht auf Verkehrsbereiche, die zur Umweltverschmutzung beitragen, sondern auf saubere und öffentliche oder gemeinschaftlich genutzte Mobilitätslösungen konzentrieren; die Subventionierung von umweltbelastenden Lösungen, wie Steuersenkungen für Flugbenzin und öffentliche Investitionen in Flughäfen oder Autobahnen, beenden. – Sicherstellen, dass die Investitionen in öffentlichen Verkehr und Verkehrsstrategien es attraktiver und leichter machen, vom Individualverkehr zu günstigeren und sauberen Alternativen zu wechseln wie beispielsweise günstige oder Gratis-Abonnements für öffentlichen Verkehr und spezielle Tarife für Zielgruppen, das Angebot verbessern(z. B. größeres Angebot außerhalb der
Druckschrift
Ein feministischer European Green Deal : für einen ökologischen und geschlechtergerechten Übergang
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten