Diese Entwicklung fügt sich in die lernenden und anpassungsfähigen Strategien der Hightech Agenda Deutschland. 14 Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, die Agenda kontinuierlich weiterzuentwickeln und flexibel auf neue Herausforderungen und Erkenntnisse zu reagieren. Dies geschieht insbesondere durch ein umfassendes, wirkungsorientiertes Monitoring(360-Grad-Hightech-Monitoring), fortlaufende Erfolgskontrolle und den Einsatz moderner Datenanalysemethoden, etwa KI-basierter Tools. 15 Auf diese Weise lassen sich Fortschritte in den Schlüsseltechnologien und Roadmaps laufend sichtbar machen, bewerten und bei Bedarf anpassen. Die Agenda knüpft an die Erfahrungen der Hightech-Strategie 2025 an. Sie soll Forschungspolitik und Maßnahmen systematisch überprüfen und dynamisch steuern – vorausgesetzt, Monitoring und politisches Lernen werden konsequent umgesetzt. 16 Für Standorte wie Sachsen eröffnet das die Chance, innovationsgetriebenes Wachstum, dauerhaft mit den Zielen einer lernenden und anpassungsfähigen Forschungs- und Industriepolitik zu verbinden. Silicon Saxony – Europas größtes Mikroelektronik-Cluster Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist Silicon Saxony. 17 Mit über 600 Mitgliedern ist es das größte Mikroelektronik-Cluster Europas, komplett eigenfinanziert und breit aufgestellt. Das Netzwerk bündelt Hersteller, Zulieferer, Dienstleister, Hochschulen, Forschungsinstitute, Startups und öffentliche Einrichtungen. Thematisch fokussiert sich das Cluster auf Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Sensorik, Energieeffizienz und Edge Computing. Gemeinsam mit der sächsischen Landesregierung und den Wirtschaftsförderinstitutionen verfolgt Silicon Saxony das Ziel, Sachsen zum führenden Mikroelektronik- und Software Standort Europas auszubauen – und tritt dabei auch als Standortmarke auf. Mit Branchenevents, gezielter Lobbyarbeit und funktionierende Transferforma14 Wittmann, F. et al.(2025) Wie die deutsche Hightech-Agenda wirklich wirkungsorientiert werden kann. Frauenhofer ISI. Verfügbar unter: https://www.isi.fraunhofer.de/de/blog/2025/hightech-agendawirkungsorientierung.html[21.08.25]. 15 Probst, M.(2025) Hightech Agenda Deutschland: Anspruch trifft Realität. Verfügbar unter: https://www.all-electronics.de/elektronikentwicklung/hightech-agenda-deutschland-anspruch-trifft-realitaet-735. html[21.08.25]. 16 BMBF(2025) Bericht der Bundesregierung zur Hightech-Strategie 2025. 17 Sachsen!(o.J.)„Silicon Saxony“ – Mehr als nur Chips. Verfügbar unter: https://standort-sachsen.de/de/standort-sachsen/branchenvielfalt/ silicon-saxony-mehr-als-nur-chips[21.08.25]. ten sorgt das Cluster dafür, dass seine Mitglieder innovativ bleiben und international sichtbarer werden. Der Strukturwandel – Risiken und Herausforderungen Doch mit wachsenden Anforderungen, steht der Erfolg auch vor wachsenden Herausforderungen: Zu den größten zählen der erwähnte Fachkräftemangel, fehlende Flächen für Neuansiedlungen, der schleppende Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie langsame Planungs- und Genehmigungsverfahren. Hinzu kommt ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt: Der technologische Strukturwandel erzeugt in industriellen Regionen wie Sachsen nicht nur Chancen, sondern auch Transformations-Stress, mit gesellschaftlichen und politischen Risiken. 18 Wirtschaftliche Unsicherheit, gefühlte Benachteiligung und der Eindruck von Ungleichheit begünstigen populistische Bewegungen, besonders dort, wo Menschen sich abgehängt fühlen. Bleiben die Belastungen ungleich verteilt, droht politischer Vertrauensverlust. Umso wichtiger ist eine vorausschauende, investitionsorientierte Industriepolitik, die wirtschaftliche Resilienz stärkt, Innovation vorantreibt, und dabei auch für gesellschaftliche Stabilität sorgt. Genau deswegen muss das aktiv weiterentwickelt werden. Unsere Handlungsempfehlungen: 1. Nachhaltige Aus-, Fort- und Weiterbildung von Fachkräften: Fachkräfte müssen sowohl in technischen Berufen, in der Produktion, sowie auch in hoch gebildeten Bereichen wie der Forschung und Entwicklung ausgebildet werden. Eine Stärkung der Aus-, Fort-, und Weiterbildungskapazitäten, die den Anforderungen des digitalen Wandels entspricht, sichert Fachkräfte branchenübergreifend und nachhaltig. 2. Arbeitsmigration als Motor für Fachkräftesicherung: Arbeitsmigration muss parteiübergreifend als Chance und Notwendigkeit verstanden werden. Prozesse sollten für Arbeitgebende wie für Arbeitnehmende durch den Abbau bürokratischer Hürden beschleunigt, zentralisiert und transparenter gestaltet werden. Zugleich braucht es eine klare Willkommenskultur sowie flankierende Sozial-, Bildungs- und Kulturpolitik, um nachhaltige Integration zu ermöglichen. Historische Erfahrungen mit Anwerbe18 Südekum, J./Posch, D.(2025) Die GRW neu denken: Proaktive Industriepolitik für Deutschlands Regionen. Bertelsmann Stiftung. DOI: 10.11586/2025037. Managerkreis Impulse – November 2025 S 4
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Halbleiterstrategie für Deutschland und Europa : globale Abhängigkeiten, regionale Erfolgsmodelle, politische Handlungsoptionen
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