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Schweden - wie steht es um die öffentlich-rechtlichen Medien?
Entstehung
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Inhalte des öffentlich-rechtlichen Sendebetriebs, sondern auch die Wirtschaftsberichterstattung, was für eine aus­reichende Transparenz in der Öffentlichkeit sorgen soll ­(Regeringskansliet 2025). Das neue Gesetz über öffentlich­rechtliche Medien(Lag om public service) räumt der Fra­ge der Unparteilichkeit in der Berichterstattung, die durch eine unabhängige Forschung überwacht werden soll, ­erneut eine besondere Bedeutung ein. Zusätzlich wird die­ser Punkt von der GRN-Aufsichtskommission überwacht und bewertet. Finanzierung Die Gesellschaften der ÖRM in Schweden werden durch ei­nen Pflichtbeitrag finanziert, der von allen Steuerzahler:in­nen im Land entrichtet und zusammen mit der Einkom­mensteuer vom Finanzamt(Skatteverket) eingezogen wird. Dieses Modell hat 2019 die frühere Lizenzgebühr für Fern ­seh- und Radiogeräte, die von der Rundfunklizenzbehörde Radiotjänst erhoben wurde, abgelöst. Eine im Zuge der Umstellung durchgeführte Umfrage ergab, dass die Mehr­heit der Bevölkerung die öffentlich-rechtlichen Sender als eine lohnende Investition betrachtet(SV Statistik o. J.). Der jährliche Rundfunkbeitrag beträgt heute maxi­mal 1.249 Schwedische Kronen(130 Euro) für Personen mit einem Jahreseinkommen über 124.930 Schwedische Kronen (13.000 Euro). Personen mit geringerem Einkommen zahlen ein Prozent ihres Einkommens. Die eingenommenen Bei­träge werden getrennt vom Staatshaushalt verwaltet. Die Höhe der Zuweisungen an die einzelnen Gesellschaften richtet sich nach deren Größe und internationalen Ver ­gleichswerten(Sveriges Radio 2025e). Im Jahr 2024 erhielt SR 3,4 Milliarden Schwedische Kronen(309 Millionen Euro), SVT 5,6 Milliarden Schwedische Kronen(509 Millio ­nen Euro) und der Bildungssender UR 491 Millionen Schwe ­dische Kronen(45 Millionen Euro). Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind die ÖRM in Schweden gut fi­nanziert. Die schwedischen Gesellschaften zählen zu den fünf öffentlich-rechtlichen Verbünden mit den höchsten Pro-Kopf-Budgets in Europa. Bis vor Kurzem stieg das ­Budget der ÖRM in Schweden automatisch um zwei Pro­zent pro Jahr, um der Inflation und den stetig erweiterten Aufgaben gerecht zu werden. Diese Praxis änderte sich mit dem neuen ÖRM-Gesetz(Lag om public service), das 2025/2026 in Kraft getreten ist. Die Mittel werden 2026 um drei Prozent(gegenüber 2025) erhöht, für den Zeitraum von 2027 bis 2030 erneut um zwei Prozent und für die Jahre 2031 bis 2033 um lediglich einen Prozent. Bei einer ge ­schätzten Inflation von etwas über zwei Prozent kommt dies einer effektiven Budgetkürzung gleich(TU 2024). Sowohl SVT als auch SR haben 2024 darauf hinge ­wiesen, dass das vorgeschlagene Finanzierungsmodell nicht geeignet ist, die steigenden Kosten zu decken(Public Media Alliance 2024). Insbesondere angesichts der neuen Aufgaben der ÖRM, die im Zuge erhöhter geopolitischer Spannungen aufgekommen sind, halten führende Vertre­ter:innen der Sendeanstalten das Finanzierungsmodell für problematisch. Höhere Effizienz kann die realen Kürzungen zwar teilweise kompensieren, aber eben nicht vollständig. In den vergangenen zwei Jahren wurden bei den drei Sen­dern insgesamt bereits über 200 Journalist:innen entlassen (Lewitschnik 2025). Wettbewerb Die Reichweite des schwedischen Fernsehens und Radios ist hoch: SVT wird jede Woche von 80 Prozent und SR von 70 Prozent aller Menschen gesehen beziehungsweise ge ­hört, bezogen auf die Gesamtbevölkerung des Landes von 10,6 Millionen Einwohner:innen(Stand 2024). Diese Anga ­ben umfassen das lineare Fernsehen, das Radio sowie Streaming- und On-Demand-Angebote. Im Jahr 2024 war die Streamingplattform SVT Play in Schweden selbst so­gar beliebter als Netflix(SVT Play: 29 Prozent Netflix: 21 Prozent). Das Vertrauen in die öffentlich-rechtlichen Medien ist hoch. 73 Prozent der Bevölkerung äußern ihre große ­Zufriedenheit mit SVT, 71 Prozent mit SR das sind die höchsten Werte aller schwedischen Medien und mit die höchsten in ganz Europa. Auch der gesellschaftliche Nut­zen der Medien wird von der schwedischen Bevölkerung als hoch eingeschätzt: 82 Prozent der Befragten gaben an, dass SVT einensehr großen oderziemlich großen Wert für die schwedische Gesellschaft besitze. 78 Prozent äußer ­ten sich ähnlich über SR. Damit liegen SVT und SR ganze 20 bis 30 Prozentpunkte vor anderen Medien wie etwa den großen Zeitungen und kommerziellen Fernsehsendern des Landes. In Debatten über das Vertrauen indie Politik wurde bisher oft die These vertreten, dass die Polarisierung in der Gesellschaft zunehme oder die allgemeine Vertrauens­neigung abgenommen habe. Studien zeigen jedoch, dass das Vertrauen in die Medien über das gesamte politische Spektrum hinweg hoch ist. Selbst unter den Schwed:innen, die sich selbst dem rechten Spektrum zurechnen, haben 57 Prozent großes Vertrauen in das schwedische Fernse ­hen, und 68 Prozent vertreten die Ansicht, es habe einen hohen Wert für die schwedische Gesellschaft. Deutliche Ausreißer in dieser Statistik bilden allerdings wieder die Anhänger:innen der extremen Rechten, der Schweden­demokraten. Ihre Zustimmungswerte sind deutlich niedri­ger, was mit einem geringeren Vertrauen in öffentliche ­Einrichtungen, Politik sowie Mitbürger:innen insgesamt korreliert(Medieakademin 2025). Auf politischer Ebene konzentrieren sich die Diskus­sionen über die ÖRM in Schweden und ihr Verhältnis zu kommerziellen Anbietern vor allem auf mögliche Wettbe­werbsvorteile, die die ÖRM bei ihrer Erweiterung in andere, digitale Bereiche haben. So wurde SVT aus der schwedi­schen Verlagsbranche der Vorwurf gemacht, auf seinen ­digitalen Plattformen(zu) lange Begleittexte zu den(Fern­seh-)Nachrichtenbeiträgen anzubieten. Dadurch entstünde eine unzulässige Konkurrenzsituation der Sender mit den Zeitungen. Das neue ÖRM-Gesetz sieht deshalb vor, dass öffentlich-rechtliche Medien Texte auf ihren Plattformen nur noch in eingeschränkter Form verwenden. Es legt au­Öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Europa Schweden 5