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Wettbewerb und digitale Transformation
Entstehung
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rung, ihre Inhalte auch in digitalen Kanälen konkurrenzfä­hig zu machen, um ihre gesellschaftliche Aufgabe und Reichweite langfristig zu sichern(Chivers 2026). Auch die PSM-Organisationen in Deutschland agie­ren in einem zunehmend fragmentierten und wettbewerbs­intensiven Medienmarkt. Neben privaten Rundfunkanbie­tern und Presseverlagen konkurrieren die PSM insbesondere mit internationalen Streamingplattformen sowie sozialen Netzwerken und Suchmaschinen um Aufmerksamkeit und Reichweite. Trotz dieser zunehmenden Konkurrenz verfügen Angebote der deutschen PSM-Organisationen aktuell wei­terhin über eine stabile Marktposition. Auf dem weiterhin relevanten Fernsehmarkt belegen die PSM-Organisationen ZDF(15 Prozent) und ARD(mit dem Programm Das Erste: 12,3 Prozent) die Spitzenpositionen. Im Radiomarkt domi ­niert die ARD mit 50,5 Prozent Marktanteil. Auch beim zu ­nehmend relevanten Streaming liegen die Mediatheken der PSM-Organisationen ZDF(21 Prozent) und ARD(23 Pro ­zent) in der täglichen Nutzung zusammengenommen vor dem stärksten Konkurrenten Netflix(35 Prozent). Zu beach ­ten ist allerdings, dass sich das Mediennutzungsverhalten von Jüngeren und Älteren stark unterscheidet, mit einer starken Nutzung von sozialen Medien und Streaming-Platt­formen bei den Jüngeren, was die Frage nach der Zukunfts ­fähigkeit des PSM-Angebots aufwirft(Stratmann 2026). 3. Nutzung von und Vertrauen in PSM Werte über die Nutzung von PSM und das Vertrauen der Bevölkerung in diese sind zentrale Indikatoren für die Legi­timation, also die gesellschaftliche Akzeptanz und Recht­fertigung der Existenz und Finanzierung von PSM(Do ­busch 2023). Sie können zugleich die Herausforderungen widerspiegeln, die sich aus den aktuellen technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen für PSM ergeben. Der ORF bleibt in Österreich ein zentrales Medium für Information, steht jedoch vor deutlichen demografi­schen Herausforderungen. Während insbesondere die Ge­neration 55+ das PSM-Angebot intensiv nutzt, sinkt die Reichweite klassischer ORF-Kanäle wie Fernsehen und Ra ­dio bei jüngeren Zielgruppen deutlich. Zwar bleiben ORF 1, Ö3 und FM4 in der werberelevanten Altersgruppe ver ­gleichsweise stabil, insgesamt verlagert sich die Medien­nutzung der unter 45-Jährigen jedoch zunehmend in den digitalen Raum. Die Digitalisierungsstrategie des ORF zielt darauf ab, etwa über dieZeit im Bild-Kanäle auf TikTok oder Instagram jüngere Nutzergruppen zu erreichen, deren Mediennutzung sich zunehmend ins Online- und Mobile­segment verlagert. Bislang ist diese Strategie jedoch nur mit Einschränkungen erfolgreich(Beaufort 2026). Trotz dieser Herausforderungen bleibt der ORF in ­Sachen Vertrauen eine Spitzenmarke. Während nur rund 40 Prozent der Bevölkerung Mediennachrichten generell vertrauen, liegen ORF-Angebote mit 63,2 Prozent auf Platz eins der vertrauenswürdigsten Nachrichtenquellen. Dies unterstreicht die zentrale Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich für die Informationsversorgung und die demokratische Öffentlichkeit. Gleichzeitig wirft die Nutzungspraxis jüngerer Zielgruppen die Frage auf, wie der öffentlich-rechtliche Auftrag zeitgemäß ausgestaltet wer ­den kann, um sowohl normative Anforderungen als auch die Erwartungen unterschiedlicher Nutzergruppen zu erfül­len(Beaufort 2026). Die PSM in Frankreich , insbesondere France Télé­visions und Radio France, stehen vor ähnlichen demogra­fischen Herausforderungen wie der ORF. Die Fernsehnut ­zung junger Menschen ist stark rückläufig: 15- bis 24-Jäh ­rige sehen im Durchschnitt nur noch 41 Minuten pro Tag fern, während die 25- bis 49-Jährigen etwa zwei Stunden täglich TV-Angebote konsumieren. Auch die Radiohörer­schaft verschiebt sich: PSM-Angebote verlieren insbeson­dere bei den niedrigeren sozio-ökonomischen Schichten (CSP) an Reichweite, während private Anbieter wie RTL und RMC hier deutlich höhere Anteile erzielen. So liegt der Anteil von Radio France bei CSP-Zuhörer:innen nur bei 13,9 Prozent, während TF1 und M6 deutlich stärker von dieser Zielgruppe genutzt werden. Ungeachtet strukturel­ler Herausforderungen und Verschiebungen im Medien­markt behaupten die französischen PSM aktuell eine star­ke Stellung. France Télévisions erreicht weiterhin acht von zehn Franzosen bzw. Französinnen wöchentlich, genießt hohes Vertrauen und ein positives Image. Auch die Nut­zung von Radio France bleibt insgesamt stabil. Gleichzei ­tig machen die Alterung und soziale Verengung des Pu­blikums deutlich, dass eine stärkere Ansprache jüngerer und vielfältigerer Zielgruppen notwendig ist, um die ge­sellschaftliche Relevanz der PSM langfristig zu sichern (Poulain 2026). Die italienische Rai behält trotz wachsender inter­nationaler Streamingkonkurrenz ihre führende Position in Reichweite und Marktanteilen. Durch den Ausbau ihrer ­digitalen Präsenz von RaiPlay und RaiPlay Sound und er­folgreiche Eigenproduktionen wie die TeenagerserieMare Fuori erreicht die Rai insbesondere auch jüngere, digital affine Zielgruppen in Italien(Bagnariol 2026). Die öffentliche Wahrnehmung der polnischen PSM ist stark von politischen Einflussnahmen geprägt. Dies hat das Vertrauen in die PSM nachhaltig geschwächt: Selbst nach einer leichten Erholung 2024 liegt das Vertrauen bei ­spielsweise in den Hauptnachrichtensender TVP News bei nur etwa 35 Prozent. Besonders problematisch ist auch die geringe Reichweite der PSM bei jüngeren Bevölkerungs­gruppen. Studien zeigen, dass junge Pol:innen soziale Me­dien wie YouTube, Facebook und Instagram als primäre In ­formationsquellen nutzen. PSM zählen zu den am seltens­ten genutzten Medien für politische Information. In Kombination mit einem insgesamt sinkenden Publikum deutet dies darauf hin, dass die PSM zunehmend ganze Bevölkerungssegmente nicht mehr erreichen. Das geringe Vertrauen in die polnischen PSM fördert die Nutzung alter­nativer Informationsquellen, insbesondere über soziale Me­dien, und begünstigt die Verbreitung von Desinformation. Laut dem Eurobarometer Frühling 2025 berichten fast 80 Prozent der Pol:innen, häufig auf Fehlinformationen zu stoßen(Horonziak 2026). Die schwedischen PSM (SVT, SR und UR) erreichen eine breite gesellschaftliche Nutzung und genießen ein ho ­Öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Europa Wettbewerb und digitale Transformation 3