hes Maß an Vertrauen. 73 Prozent der Bevölkerung äußern hohes Vertrauen in SVT, 71 Prozent in SR – die höchsten Werte aller Medien in Schweden und mit die höchsten in Europa. Auch der wahrgenommene gesellschaftliche Nutzen wird hoch eingeschätzt: 82 Prozent der Befragten at testieren SVT einen„sehr großen“ oder„ziemlich großen“ Beitrag für die schwedische Gesellschaft, 78 Prozent gaben dasselbe für SR an. Diese Werte positionieren SVT und SR deutlich vor kommerziellen Medien. Das Vertrauen in die PSM ist über das politische Spektrum, mit Ausnahme von Anhänger:innen der radikalen Rechten, hinweg stabil (Kaun/Biendara 2026). Im Vereinigten Königreich bleiben die BBC und ITV die meistgesehenen linearen TV-Kanäle, jedoch haben Streaming- und Video-on-Demand-Angebote die Nutzungsmuster stark verändert. Plattformen wie YouTube und Netflix gehören inzwischen zu den am häufigsten genutzten audiovisuellen Diensten der britischen Bevölkerung und belegen die Plätze zwei und vier. Dieser Trend zeigt sich besonders stark bei jüngeren Zuschauer:innen: Unter 35-Jährige verbringen mehr Zeit mit SVoD- und Video-Sha ring-Inhalten, insbesondere Netflix und YouTube, als mit traditionellem Fernsehen. Die Kernnutzergruppe der briti schen PSM besteht somit zunehmend aus älteren Zuschauer:innen und Hörer:innen. Die Bemühungen von PSM, Inhalte auf profitgetriebenen Plattformen wie X/Twitter oder Instagram als unabhängig und vertrauenswürdig zu positionieren, waren bislang nur begrenzt erfolgreich, zumal es die PSM versäumt haben, ihre Inhalte konsequent unter der eigenen Marke zu positionieren, sodass Nutzer:innen die Inhalte oftmals nicht mit PSM in Verbindung bringen (Chivers 2026). Auch in Deutschland zählen Nachrichtenangebote der PSM zu den meistgenutzten und vertrauenswürdigsten Informationsquellen. Formate von ARD und ZDF werden seit Jahren von großen Teilen der Bevölkerung als beson ders glaubwürdig eingeschätzt. Gleichzeitig zeigen sich auch hier deutliche Unterschiede zwischen Altersgruppen: Während ältere Menschen öffentlich-rechtliche Angebote intensiv nutzen, verlagert sich die Mediennutzung jüngerer Zielgruppen zunehmend auf digitale Plattformen und soziale Medien privater Anbieter. Auch wenn dort ebenfalls Inhalte der PSM verbreitet werden, stellt sich die Frage, in wiefern hierdurch eine Markenbindung zu den Angeboten der PSM entsteht, sodass sich die Frage nach der zukünfti gen Konkurrenzfähigkeit der PSM stellt(Stratmann 2026). 4. Anpassung an digitale Nutzung, neue Angebote und Strategien zur Zukunftsfähigkeit der PSM Die Anpassung an veränderte, digitale Nutzungsmuster erfolgt in den untersuchten Ländern auf verschiedene Weise und unterschiedlich schnell. Der ORF hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen umfassenden digitalen Transformationsprozess durchlaufen, um seine Angebote an die veränderten Nutzungsgewohnheiten anzupassen. Bereits 2002 nahm der volldigitale Fernseh-Newsroom den Betrieb auf, und die vollständige Digitalisierung war 2007 abgeschlossen. 2009 folgte der Start der ORF-TVthek, zehn Jahre später ergänz te die Radiothek das digitale Portfolio. Eine Novellierung des ORF-Gesetzes erlaubte 2023 eine längere Verfügbarkeit der digitalen Inhalte und beseitigte weitere bisherige regulatorische Hürden für die Bereitstellung digitaler Angebote (Beaufort 2026). Nach Aufhebung des Facebook-Verbots durch den österreichischen Verfassungsgerichtshof(VfGH) 2013 eröff nete der ORF zunehmend Präsenz auf Social-Media-Platt formen.„Zeit im Bild“ erzielt auf Instagram und TikTok Reichweiten von über 1 Million Follower:innen und ist nach einem diesbezüglichen Urteil des VfGH auch auf YouTube aktiv. 2024 starteten zudem das Kinder-Streamingangebot ORF KIDS sowie die neue Plattform ORF ON als Nachfol gerin der TVthek. Der multimediale Newsroom des ORFMediencampus bündelt seit 2022 TV-, Radio- und Onlinere daktionen und stärkt damit die integrierte Digitalstrategie (Beaufort 2026). Frankreichs PSM , insbesondere France Télévisions und Radio France, haben in den zurückliegenden Jahren eine konsequente Digital-First-Strategie verfolgt, um auf die veränderten Nutzungsgewohnheiten, insbesondere der jüngeren Zielgruppen, zu reagieren. Während linearer Rundfunk weiterhin angeboten wird, richtet sich das Augenmerk zunehmend auf digitale Plattformen und flexible Nutzungsmöglichkeiten(„Any Time, Anywhere, Any Device“). Eine zentrale Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz (KI): So kooperierte Arte 2025 mit Mistral AI, um Nutzende der MyArte-Plattform bei der Programmauswahl zu unterstützen. France Télévisions entwickelte eigene KI-Tools, etwa für automatische Untertitelung oder für interne Prozesse wie Personalverwaltung und IT. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung neuer digitaler Formate für ein jüngeres Publikum, und auch Social Media ist ein zentrales Element der Strategie. Das französische audiovisuelle Institut INA, France 2 und Radio France erreichen mitt lerweile über unterschiedliche Netzwerke hinweg und insbesondere auf TikTok Millionen von Follower:innen und Nutzer:innen. Auch die FMM-WhatsApp-Kanäle zählen be reits 10,8 Millionen Abonnent:innen. Neben Social Media setzen die PSM auf digitale Plattformen, um ihre Inhalte zu verbreiten. Zum einen werden Angebote auf kommerziellen privaten Plattformen wie Amazon Prime, MyCanal und Spotify platziert. Daneben nutzen die PSM aber auch die eigene Plattform france.tv. – mit großem Erfolg. Schließlich erfreuen sich Podcasts von Radio France zunehmender Be liebtheit, wobei viele Sendungen zunächst online verbreitet werden, bevor sie im linearen Programm auf Sendung kommen(Poulain 2026). Die italienische Rai hat in den vergangenen Jahr zehnten eine umfassende digitale Transformation durchlaufen. Die Digitalisierung historischer Inhalte über Rai Teche(seit 1995) bildet bis heute eine zentrale Grundlage des Angebots, besonders für den Sender Rai Storia. Die Onlinepräsenz der Rai begann 1996 mit der Website rai.it. 2014 startete Rai die Plattformen RaiPlay und RaiPlay Sound, die kostenlosen Zugang zu Live- und On-Demand-Inhalten Öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Europa – Wettbewerb und digitale Transformation 4
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