10 FES-Analyse: Brasilien Tabelle 4: Hauptpartner Brasiliens im Außenhandel(2001) Export Import USA 24,2% USA 27,4% Argentinien 11,6% Argentinien 13,5% Deutschland 5,4% Deutschland 8,9% Niederlande 4,4% Japan 5,0% Das seit 1999 anhaltende Wachstum der Exporterlöse wird daher auch 2003 fortgesetzt werden können und voraussichtlich ein Plus von rund 12% erreichen. Der Wert der Importe wird gleichfalls zunehmen, jedoch nur um knapp 6% wachsen. Die Handelsbilanz wird somit einen Überschuss von 17,5 Mrd. US-$ aufweisen – ein Rekordwert, der die bereits hohe Marke des Vorjahres um ein Drittel übersteigen wird. Im Gegensatz zu 2002 – das noch ein„falsches“ Plus produzierte, das weniger den nur schwach gestiegen Exporten(+3,7%) als vielmehr den stark gesunkenen Importen (-15,0%) zu verdanken war – wird also 2003 das Ergebnis auf einem realen Überschuss beruhen. Die knappe Differenz von nur 6% weist indessen auf ein strukturelles Problem hin: Sobald die brasilianische Wirtschaft aus ihrem Konjunkturtief herausfindet, wachsen die Importe angesichts des hohen Bedarfs der relativ breit entwickelten Industrie des Landes an Vor- und Zwischenprodukten, Ersatzteilen und Investitionsgütern wieder stark an und übertreffen nach kurzer Zeit den Wert der Exporte(die zu etwa einem Drittel aus Rohstoffen bestehen) – was zu negativen Handelsbilanzen führt, die in perverser Regelmäßigkeit den Wachstumsschüben ein frühes Ende setzen. Tabelle 5: Hauptprodukte im Außenhandel Brasiliens(2002) Anteil am Export Anteil am Import Fahrzeuge(incl. Teile) 16,4% Maschinen 28,2% Metallprodukte 10,4% Chemieprodukte 18,0% Soja(Mehl und Öl) 9,8% Erdölprodukte 13,3% Chemieprodukte 1,9% Fahrzeuge(incl. Teile) 10,8% Wie nicht anders zu erwarten, weist die brasilianische Binnenwirtschaft im Übergang von der tiefgreifenden Rezession der letzten beiden Jahren zu einem zaghaften Aufschwung ein sehr heterogenes Bild auf: Während die Sektoren, die zumindest teilweise einen Zugang zum Export haben, in den ersten drei Monaten des Jahres 2003 bereits ein gesundes Wachstum aufweisen (Maschinen+11,2%; Holzprodukte+8,5%; Eisen & Stahl+8,2%; Lederwaren+7,9%; Gummi +5,7%; Fahrzeuge+5,4%; Papier& Pappe +3,9%), verharren die Branchen, die hauptsächlich auf den Binnenmarkt ausgerichtet sind, noch im Abschwung(Pharmazie-15,4%; Plastikwaren -8,6%; Kleidung& Schuhe-8,1%; Möbel-7,5%; Textilien-6,0%; Elektrowaren-3,0%). Diese Situation wird sich erst mittelfristig ändern – unter der Voraussetzung, dass sich die positiven Impulse aus der Außenwirtschaft verstetigen(d.h. die Weltwirtschaft zum Wachstumspfad zurückgefunden hat) und auf dem Binnenmarkt die Nachfrage wieder anzieht(d.h. der Kaufkraftverlust der letzten Jahre revidiert werden konnte). Eine etwas optimistischere Prognose ergibt sich für den Agrarsektor: Angesichts günstiger klimatischer Bedingungen(gute Niederschläge und geringe Frostschäden) wird sich bei der Land-
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