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Der Kongo und Ruanda : Konflikte in der Region der Großen Seen
Entstehung
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14 Besuch auf dem Gipfeltreffen der frankophonen afrikanischen Staaten in Paris im vergangenen Jahr, das Spötter gerne alsChirac-Fan-Club­Treffen bezeichnen. Obwohl die Beziehungen zwischen Frankreich und Ruanda dadurch nicht besser wurden, zeigte diese Geste dennoch Kaga­mes Interesse an neuen Allianzen jenseits der FES-Analyse: Kongo und Ruanda Amerika-Schiene. Dass diese nicht zustande ka­men, hängt mit dem gestörten Verhältnis Frank­reichs zur ruandischen Führung zusammen und der Einsicht, dass der Preis für größeren Einfluss in Kinshasa eine zwangsläufige Distanzierung von Kagame bedeutet. Neuer Frieden, alte Probleme Burundi Burundi ist nach vielen Rückschlägen heute auf dem Weg zu einer Einigung mit den Hutu­Rebellen, und die Tatsache, dass die Basen die­ser Rebellen in Tansania und Kongo nicht mehr sicher sind, hat ihre Kompromissbereitschaft deut­lich gesteigert. Von den 120 Gemeinden des Lan­des sind heute 120befriedet, das heißt, es fin­den dort keine Überfälle auf Reisende mehr statt, von den sieben Rebellengruppen sind sechs in der Übergangsregierung. Die letzte dieser Bewegun­gen, die FDD, die nach wie vor vom Kongo aus agiert, wurde im April in Kämpfe mit der neuen, von belgischen Offizieren ausgebildeten kongole­sischen Nationalarmee verwickelt und dabei deut­lich geschwächt. Insofern konnte Burundi vom Frieden im Kongo eindeutig profitieren. In der Hauptstadt Bujumbura regiert zur Zeit ein Hutu­Präsident, der ehemalige stellvertretende Präsi­dent Domitien Ndayizeye. Alleine die Tatsache, dass der vormalige Präsident Pierre Buyoya, ein Tutsi, seinen Sessel nach der Hälfte der Amtszeit für seinen Stellvertreter räumte, muss vor dem Hintergrund des schleichenden Bürgerkrieges in Burundi als Erfolg gewertet werden: Der Genozid in Ruanda hat die von Tutsi dominierte Armee in Burundi in der An­sicht gestärkt, dass ihre Kontrolle über die Sicher­heitskräfte des Landes die einzige Lebensversi­cherung ist, die sie haben. Gleichwohl ist die ursprüngliche Weigerung, dieses Machtinstrument für Hutu zu öffnen, der Einsicht gewichen, dass diese ethnische Armee in eine nationale umge­wandelt werden muss, sollte die Aussöhnung zwischen den Volksgruppen Wirklichkeit wer­den. Es gibt sogar Beobachter, die sagen, Bu­rundi sei eigentlich viel weiter als das be­nachbarte Ruanda, weil in Burundi der Ge­gensatz zwischen Hutu und Tutsi nicht aus­geblendet wird, sondern Teil der Diskussion sei. Die historischen Ungerechtigkeiten gegen­über den Hutu werden in Burundi als eigene, nationale Fehler akzeptiert, und die Erwäh­nung der jeweiligen Zugehörigkeit wird an­ders als in Ruanda nicht als neuer Versuch der Ethnisierung der Debatte gewertet, sondern als notgedrungener, weil faktischer Standpunkt. Ruanda In Ruanda wurde die Nennung vonHutu und Tutsi in den Personalausweisen abgeschafft und in der öffentlichen Diskussion ist die Un­terscheidung verboten. Das wirkt hilflos ange­sichts des nach wie vor gespannten Verhältnisses der beiden Gruppen und des nachvollziehbaren Misstrauens. Die Geschichtsbücher werden zur Zeit umgeschrieben, um den Kindern nicht län­ger die frühere Staatsideologie von Tutsi als fremden Invasoren und Hutu als authentischen Ruandern einzutrichtern. Statt dessen wird darauf verwiesen, dass diese Unterscheidung eine Erfin-