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Frankreich : immer noch die Ausnahme?
Entstehung
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FES Analyse: Frankreich 3 Die amerikanische Herausforderung Die amerikanische Herausforderung war der Titel eines Bestsellers, den der liberale Starjou­rnalist(und Begründer des Wochenmagazins Express), Jean-Jacques Servan-Schreiber, Ende der sechziger Jahre veröffentlichte. Diese Herausfor­derung war für Frankreich schon immer eine besondere, konkurrierten doch seit den beiden Revolutionen von 1776 und 1789 zwei Modelle der Menschheitsbeglückung, von denen das eine (amerikanische) zum Leidwesen der Franzosen derzeit die Oberhand hat. Die Auseinanderset­zung zwischen beiden Modellen ist daher von unveränderter Aktualität, auch wenn es seit langem ein durchaus ungleicher Kampf ist ähnlich dem der Gallier gegen die Römer in den Asterix-Comics. Besonders schmerzlich für das französische Selbstbewusstsein: auf einer Liste der wettbewerbsfähigsten Staaten kam Frank­reich nur auf Rang 27, weit hinter den USA(2), England(11) und auch Deutschland(13); selbst Länder wie Israel, Chile und Portugal rangieren noch vor Frankreich. Auch bei den einzelnen Indikatoren sieht es im Vergleich zu den USA nicht gut aus: Frankreich: Aktuelle Wirtschaftsindikatoren im Vergleich Indikatoren F D GB USA Euro Zone Pro Kopf Einkommen in 24743 24623 24814 Wirtschaftliches Wachstum in% 2004 2,0 1,1 3,1 2005 2,5 1,7 2,7 Arbeitslosigkeit in% 9,9 10,4 3,0 Arbeitskosten pro Stunde in 20,15 27,09 18,72 Durchschnittliche. Jahresarbeitszeit in Stunden 1545 1444 1707 Beschäftigungsquote in% 15 64 Jahre 55 64 Jahre 61,1 65,3 72,7 34,2 38,4 53,3 Produktivität(USA= 100) Pro Arbeitsstunde Pro Beschäftigtem 103 101 79 88 80 74 Quelle: Analyses économiques n° 4/2004, hg. vom Conseil danalyse économique. 33439 23805 4,7 3,7 5,6 17,8(2001) 1815 1,6 2,4 8,8 22,1(2001) 1697(EU+ Norwegen) 71,9 64,3(EU) 59,5 40,6 100 91 100 80 Diese Daten sind für viele Kommentatoren die Bestätigung für den anhaltenden Niedergang Frankreichs(und Europas) und sie dienen als Beleg dafür, dass alles Gerede über eine fran­zösische Sonderrolle in der Weltpolitik nur hoh­les Geschwätz ist. In der Tat gefällt sich vor allem der neogaullistische Staatschef Jacques Chirac in dieser Rolle und geriert sich dabei auch als Verteidiger der Menschenrechte und der Um­weltpolitik; er verficht sogar ein Konservativer im Verein mit progressiven Dritte-Welt-Führern wie dem brasilianischen PräsidentenLula die Idee einer internationalen Entwicklungssteuer. Angesichts der Flutkatastrophe in Asien Ende Dezember 2004 wiederholte er diesen Vorschlag, der unter anderem durch die Besteuerung inter­nationaler Finanztransaktionen, von Waffenver­käufen und Flugtickets finanziert werden könn­te. Im gleichen Zusammenhang rief er zur Grün­dung einesEuropäischen Wiederaufbau-Fonds