Im Rahmen des dritten Wahlgangs am 06. Oktober waren aus den Abgeordneten der Union Councils durch indirekte Wahl die Ratsversammlungen auf Tehsil/ Taluka- bzw. Town-Ebene sowie auf District-Ebene zu formen. Dabei gilt, dass die Nazims der Union Councils automatisch als Abgeordnete auf District-Ebene vertreten sind, die Naib Nazims dagegen auf Tehsil/ Taluka- bzw. Town-Ebene. Ziel des Wahlgangs ist es dementsprechend, die Führungspositionen von Nazim und Naib Nazim in diesen Gremien zu bestimmen sowie diejenigen Mitglieder der Union Councils zu wählen, die die für Frauen(33%), Arbeiter und Bauern (5%) sowie Minderheiten(5%) reservierten Sitze auf diesen beiden höheren Regierungsebenen einnehmen sollen. Wahlberechtigt und gleichzeitig nach Maßgabe der genannten Kriterien wählbar waren alle in den beiden ersten Wahlgängen gewählten Abgeordneten der Union Councils. Vom Kommunalregierungssystem ausgenommen sind die Stammesgebiete entlang der afghanischen Grenze(Federally Administered Tribal Areas, FATA), das Bundesterritorium der Hauptstadt Islamabad sowie die zahlreichen Militärwohngebiete(cantonements). Auch für die unter pakistanischer Verwaltung stehenden Gebiete Kashmirs, die Federally Administered Northern Areas, FANA und den Staat Azad Kashmir gilt das System nicht. Es standen insgesamt 222.441 KandidatInnen für 72.576 Sitze zur Wahl, was einer Ratio von 3:1 entspricht. 7.213 KandidatInnen(10%, 2001: 13%) wurden ohne GegenkandidatInnen gewählt. Die Zahl der registrierten WählerInnen belief sich auf 63,4 Millionen(2001: 61,9 Mio), die Wahlbeteiligung lag nach ersten, noch nicht offiziell bestätigten Angaben, bei 47,86% (2001: 40%), eine Zahl die von einigen unabhängigen Institutionen als zu hoch angefochten wird und zwischen den Provinzen und Geschlechtern erheblich differiert: So erreichte die Wahlbeteiligung im Punjab mehr als 50%, in den beiden südlichen Provinzen Sindh und Balochistan weniger als 35%. Der Anteil abgegebener Stimmen von Frauen lag in allen Provinzen im Schnitt gut 20% niedriger als derjenige männlicher Wahlberechtigter. Die Wahlen wurden von einer Reihe lokaler Organisationen sowie von internationalen WahlbeobachterInnn, einer Commonwealth Election Observation Mission und mehreren europäischen und amerikanischen diplomatischen Missionen beobachtet. Bewertung und Perspektiven Vorbereitung und Verlauf der Wahlen waren gekennzeichnet durch mehr oder weniger direkte Manipulation und Einflussnahme des regierenden Establishments sowie massive Schwächen der Wahlkommission und anderer zuständiger Stellen, die Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Unterfangens aufkommen ließen. Nichts desto trotz lassen sich daraus eine Reihe von Trends und Ansatzpunkte für die zivilgesellschaftliche Kontrolle der Parlamentswahlen im kommenden Jahr ableiten. Chaos und Manipulation Bis wenige Wochen vor dem ersten Wahlgang waren grundlegende Fragen wie der genaue Zeitplan, die Aktualisierung des Wählerverzeichnisses, die Form der Legitimation von WählerInnen, die Vergabe von Symbolen für KandidatInnen sowie die Anzahl und Zusammensetzung der Sitze ungeklärt oder umstritten. Diese monatelange Unsicherheit hinderte viele zivilgesellschaftliche Organisationen, aber auch offizielle Stellen daran, rechtzeitig Wählerinformationsprogramme durchzuführen, KandidatInnen und WählerInnen zu mobilisieren und WahlhelferInnen zu schulen. Die KandidatInnen selbst waren kaum in der Lage, recht-
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Pakistan nach den Kommunalwahlen : Demokratisierung oder Machterhalt?
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