Auch war die Wahlkommission trotz anders lautender Versicherungen nicht in der Lage, die Teilnahme von Frauen in Landkreisen zu garantieren, in denen einheimische Autoritäten es ihnen untersagt hatten oder die Wahlen dort für ungültig zu erklären und wiederholen zu lassen. Anders als bisher wurden Frauen nicht nur in Teilen der NWFP und Balochistans, sondern auch in einigen Landkreisen des Punjabs und des Sindhs von der Teilnahme an den Wahlen ausgeschlossen, was klar der Verfassung widerspricht. Ebenso apathisch zeigte sich die Wahlkommission bislang bei der Korrigierung der Ergebnisse auf Sitzen, die für Arbeiter und Bauern reserviert waren, in sehr vielen Fällen aber von Kandidaten besetzt wurden, die den für diese Gruppe festgelegten Kriterien entsprechen. Es ist ferner kennzeichnend für die Ohnmacht der von der Regierung handverlesenen Wahlkommission, dass Beschwerden wegen Unregelmäßigkeiten und Behinderungen an den Wahltagen in vielen Fällen nicht überprüft bzw. nicht einmal entgegen genommen wurden und dass die offiziellen Ergebnisse der Wahlen Mitte September noch immer nicht verkündet waren, obwohl die Wahlkommission selbst dafür den 30. August festgelegt hatte. Sicher kann auch als subtile Form der Wählermanipulation gewertet werden, dass die Wahlkommission KandidatInnen ethnischer und religiöser Minderheiten überwiegend herabwürdigende Wahlsymbole wie Hund, Ratte oder Schlange zugewiesen hatte. Ergebnisse und Trends Laut einer breit angelegten Umfrage der FES-Partnerorganisation Pattan, die landesweit durchgeführte strukturierte Interviews vor, während und nach beiden Wahlgängen umfasste, gaben 6% der WählerInnen an, dass ihre Daumen nicht mit waschfester Tinte markiert worden seien, 41% gaben an, dass die Wahllokale nicht zur angegebenen Zeit geöffnet hatten und 10% beklagten, dass die Wahllokale in Privathäusern eingerichtet worden waren. 39% sprachen von Chaos an den Wahlurnen, 28% wurden Zeugen von Gewalt, 30% berichteten von zeitweiligen Unterbrechungen des Wahlprozesses und Schließungen der Wahllokale aufgrund unterschiedlicher Vorfälle. 25% der WählerInnen sagten aus, dass WahlhelferInnen ihnen innerhalb der Wahllokale die Wahl bestimmter KandidatInnen nahe gelegt hätten, während nur 5% glaubten, die Wahlergebnisse seien nicht akkurat. Andererseits waren die Sitze landesweit stärker umkämpft als vor vier Jahren. Alle politischen Parteien unterstützten die Wahl, und die Zahl der KandidatInnen, die ohne GegenkandidatInnen in die Räte einziehen konnten, sank in allen Kategorien um 4050%, wobei ihr Anteil in den beiden südlichen Provinzen Sindh und Balochistan noch am höchsten liegt. Im Ergebnis konnten die von der„Königspartei“ PML(Pakistan Muslim League) ins Rennen geschickten KandidatInnen die größten Erfolge verbuchen, was angesichts der gezielten Einflussnahme des regierenden Establishments nicht weiter überrascht. Interessant ist hingegen, dass der Einfluss religiöser Parteien landesweit zu Gunsten der traditionell in den Regionen verankerten Parteien zurückgedrängt wurde. So konnte beispielsweise die Awami National Party(ANP) nach ihrer herben Niederlage in den Provinzparlamentswahlen in der North-West Frontier Province wieder deutlich Boden gut machen, während in Karachi das Muttahida Qaumi Movement (MQM) gestärkt aus den Kommunalwahlen hervorging. Der traditionelle Gegensatz zwischen dem PML-
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Pakistan nach den Kommunalwahlen : Demokratisierung oder Machterhalt?
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