FES-Analyse: Iran chemische Produkte. Wichtigste iranische Exportgüter nach Deutschland sind landwirtschaftliche Produkte und traditionelle Güter(Teppiche, Früchte, Pistazien), aber auch zunehmend Industrieprodukte(Kfz-Teile, Stahl-, Petrochemische Produkte sowie Rohöl). Die rechtliche Grundlage für Investitionen in Iran ist durch ein bilaterales Institutionsförder- und Schutzabkommen gelegt. In der Gestaltung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen spielt die Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer(DIIHK) eine wichtige Rolle. 1975 von ca. 100 Firmen gegründet, hat die Kammer mittlerweile über 1.800 Mitglieder. Damit wird sie zur fünftgrößten Auslandshandelskammer Deutschlands. Auch die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit(GTZ) ist ein starker Faktor der bilateralen wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Beziehungen. Anlässlich des Besuchs von Präsident Muhammad Khatami im Juli 2000 in der Bundesrepublik Deutschland hat die deutsche Regierung 13 die entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit dem Iran wieder aufgenommen. Die deutsche Seite hat zugesagt, den wirtschaftlichen Reformprozess zu unterstützen. Die Arbeit der GTZ konzentriert sich in Abstimmung der beiden Regierungen auf den Schwerpunkt Wirtschaftsreform und Aufbau der Marktwirtschaft. Dazu gehören die Komponenten Berufsausbildung, Arbeitsmarktpolitik und Privatisierung. Die Islamische Republik Iran hat großes Interesse daran, von den deutschen Erfahrungen im Bereich der gewerblich-technischen Berufsausbildung zu lernen. Die Vermittlung der deutschen Erfahrungen bei der Privatisierung der ostdeutschen Betriebe zählt zu den weiteren Elementen der Zusammenarbeit. Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen um das iranische Atomprogramm haben auch deutsche Unternehmen stillschweigend begonnen, sich auf Sanktionen einzustellen. Staatswirtschaft auf Öl und Gas gegründet Noch immer liegt die Wirtschaft Irans überwiegend in den Händen des Staates und religiöser Stiftungen. Die Regierung formuliert die wirtschaftlichen Ziele in Fünfjahresplänen; der vierte ist seit dem 21. März 2005 in Kraft. Im Wirtschaftsjahr 2004/2005 betrug das Bruttoinlandsprodukt(BIP) 155,6 Mrd. US-Dollar. Legt man eine Bevölkerungszahl von ca. 68,6 Mio. zugrunde, entspricht dies einem Pro-KopfEinkommen von ca. 2268 US-Dollar. Zu den wichtigen Wirtschaftszweigen zählen Öl- und Gasindustrie, petrochemische und Metallindustrie, Kfz-Industrie und Landwirtschaft. Die Entwicklung der Wirtschaft hängt in hohem Maße von Erdöl und Erdgas, mithin also von den Ölpreisen sowie dem Wert des Dollars ab; 80-85% der Staatseinnahmen stammen aus dem Verkauf von Öl und Gas. Die Liberalisierung der Wirtschaft und die Privatisierung der Staatsunternehmen zählen schon seit Jahren zu den Prioritäten iranischer Regierungen. Einen neuen Schub haben die Privatisierungspläne durch die im Jahre 2001 gegründete Iran Privatization Organization erfahren, die u.a. durch die deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit(GTZ) beraten wird. Welche Wirtschaftsbereiche dem privaten Sektor offen stehen, wird durch in den letzten Jahren verabschiedete Gesetze geregelt, unter ihnen das Gesetz zur Gründung von privaten Banken und Versicherungen. Auch private Energieerzeugungsbetriebe und Telefonanbieter sollen zugelassen werden. Der Weg der Liberalisierung und Privatisierung in Iran ist seit Jahren ein langwieriger und von Hürden begleiteter Prozess; dies insbesondere deshalb, da alle Gesetze vom Wächterrat auf Konformität mit der Verfassung und den islamischen Gesetzen überprüft und genehmigt werden müssen. Staatseigene Betriebe genießen Vorzugsbehandlung, so erhalten sie z.B. günstige Regierungskredite und sind von den meisten Steuern und Einfuhrzöllen befreit. Frei von jeder ernsthaften privaten Konkurrenz, sind mindestens 60% dieser Staatsbetriebe durch ihre Monopolstellung hoch defizitär; die Ursache hierfür liegt zumeist in internem Missmanagement und Korruption. Auch die hohe Arbeitslosigkeit wirkt sich hemmend auf den Privatisierungsprozess aus. Eine wesentliche Zielgruppe der Revolution war das Proletariat(in Khomeinis Worten die„Entrechteten“; persisch: mustaz’afan). Vor diesem Hintergrund hatte die nach der Revolution verabschiedete Wirtschaftsgesetzgebung den Schutz der Arbeitnehmer ganz besonders im Auge. Mit der Privatisierung fällig werdende Entlassungen würden den Arbeitsmarkt weiter
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Die widerspruchsvolle "Republik" - Iran auf dem Weg zu einer regionalen Vormacht?
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