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Antworten für eine alternde Gesellschaft
Entstehung
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In Würde alt werden 22. September 2007 5 von der zunehmenden körperlichen Gebrechlichkeit absieht), denn letztere sind ja eben erst im Begriff Verantwortung zu übernehmen, während Alte mit dieser Verantwortung auch Schuld auf sich geladen haben. (Vergleiche zum Beispiel den 80-jährigen Hans Jochen Vogel, der heute von sich sagt, dass er sich seiner damaligen Argumentationen wegen als Mitverursacher des Todes von Hans Martin Schleyer fühlt. 7 ) Als Problem muss dabei aber wohl auch wahrgenommen werden, dass Rituale und Liturgien in unserer Kirche den alten Menschen oft nicht gerecht werden. So gibt es beinahe ausschließlich Übergangsrituale für das erste Lebensdrittel, Fürbitten nennen viel zu oft Alte und Kranke in einem Atemzug. Schließlich ist Altern ein Prozess der Befreiung von Sachzwängen, Zerstückelungen und Unterwerfungen. Unter Befreiung wird dabei das Freiwerden von Lasten verstanden, die dem älter werdenden Menschen von anderen Menschen oder der Gesellschaft auferlegt worden sind, derer sich ein Mensch aber im Laufe seines Lebens mangels Kraft oder Mut nicht zu entledigen vermochte. Befreiung zu sich selbst wäre dann der dem Alter gemäße und gegenläufige Prozess zur Infantilisierung. 8 Dennwas von Jüngeren oft in neidischer Verkennung als 7 Die Zeit, Nr. 13 vom 23.März 2006, S.67 8 Legatis, G., Gerontologie, in: TRE, Bd.12, S. 530ff Kritiklosigkeit oder Altersschwäche gebrandmarkt wird, ist in Wirklichkeit eben jene Freiheit des hohen Alters, die sich nicht scheut, alles Seiende so sein zu lassen, wie es ist 9 . Rainer Maria Rilke schreibt 1905 in einem seiner Briefe:Ich glaube an das Alter lieber Freund, Arbeiten und Altwerden, das ist es, was das Leben von uns erwartet. Und dann eines Tages alt sein und noch lange nicht alles verstehen, nein, aber anfangen, aber lieben, aber ahnen, aber zusammenhängen mit Fernem und Unsagbarem, bis in die Sterne hinein. 10 Die Patientenverfügung Wichtig ist es allerdings auch am Lebensende, dann wenn Menschen die Hilfe anderer brauchen(Fürsorge und liebevollen Begeleitung, gute Pflege und Seelsorge), die Rechtssicherheit für Patienten, Angehörige und Ärzte zu verbessern. Obwohl wir wissen, dass es gerade an der Grenze zwischen Leben und Tod nicht vorrangig um Rechtsregelungen geht, die z.B. in der Frage der Fortsetzung oder des Abbruchs einer medizinischen Behandlungen allen Betroffenen und Beteiligten ein möglichst hohes Maß an Sicherheit geben, ist es nötig solche zu haben. Aus diesem Grund spreche ich mich für eine gesetzliche Regelung von 9 Brocher, T. in: Leben im Alter, Praxishilfe für Kirchgemeinden und Diakonische Einrichtungen, Hannover 2003, S. 37 10 Leben im Alter, Praxishilfe für Kirchgemeinden und Diakonische Einrichtungen, Hannover 2003, S. 41