Der Gaza-Krieg und seine Folgen: Realpolitik in einer verunsicherten Nachbarschaft 1. Februar 2009 aáÉ=ÑçäÖÉåÇÉå=^å~äóëÉå=~ìëÖÉï®ÜäíÉê=cbpJ_ Ω êçë=áå=ÇÉê=k~ÜçëíJoÉÖáçå=EûÖóéíÉåI=gçêÇ~åáÉåI=iáÄ~åçåI=q Ω êJ âÉáI=^äÖÉêáÉå=ìåÇ=gÉãÉåF=ã~ÅÜÉå=ÇáÉ=Öêç ≈ É=^ìëëíê~ÜäìåÖëâê~Ñí=ÇÉë=d~ò~JhêáÉÖÉë=ÇÉìíäáÅÜK=få=ÉáåÉê=póåçéJ ëÉ= ïáêÇ= ÇÉê=_äáÅâ=~ìÑ= ÇáÉ= ÖÉë~ãíÉ= oÉÖáçå= ÖÉêáÅÜíÉí= ìåÇ= ÉáåÉ= dÉïáÅÜíìåÖ= ÇÉê= îÉêëÅÜáÉÇÉåÉå= mçëáíáçåÉå= òìã=hçåÑäáâí=îçêÖÉåçããÉåK= • Die arabische Welt ist nach dem Gaza-Krieg gespaltener denn je, die Arabische Liga hat sich als handlungsunfähig erwiesen. • Die politischen Lager der„Tauben“ und„Falken“ sind in Bewegung, klare Zuordnungen schwierig. Unterschiede gibt es vor allem in der Rhetorik. Die einzelnen Staaten handeln zumeist pragmatisch, teils opportunistisch – und immer mit Blick auf innergesellschaftliche Stimmungslagen. • Die Akteure in der Region haben kein Interesse an einer Eskalation, doch ist der Friedensprozess zurückgeworfen, die Zukunft der Arabischen Friedensinitiative ist ungewiss. • Die Menschen im Nahen Osten zeigten breite Solidarität mit der Bevölkerung von Gaza, nicht mit der Hamas. Regionale Auswirkungen des Gaza-Krieges ^ÅÜáã=sçÖí ∗ Die längerfristigen regionalen Auswirkungen des Gaza-Krieges sind wenige Wochen nach Inkrafttreten der zunächst kurzzeitigen Waffenruhe zwischen Israel und Hamas noch nicht absehbar. Es gibt unterschiedliche Signale, die zahlreiche Risiken für die künftige sicherheitspolitische Situation in der Region aufzeigen, andererseits aber auch gewisse Chancen bergen könnten. Gewiss ist, dass Israels Militäraktion in der Bevölkerung des Nahen Ostens – einschließlich der Türkei – Frustrationen, Bitterkeit und Zorn noch einmal erheblich verstärkt hat. Erstmals richten sich diese Emotionen jetzt jedoch offen und geballt nicht nur gegen Israel und – abgeschwächt – gegen westli∗ Achim Vogt leitet das Büro der Friedrich-EbertStiftung in Amman/ Jordanien che Länder, sondern auch gegen die eigenen Machthaber. Virulenter als in der Vergangenheit sind die Divergenzen unter den Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga zu Tage getreten. Die zwei sich gegenüberstehenden Lager haben sich vorerst verfestigt – daran hat auch das Treffen der Staatsoberhäupter im Rahmen des ersten Arabischen Wirtschafts- und Sozialgipfels am 19. und 20. Januar in Kuwait nichts ändern können. Arabische wie westliche Kommentatoren haben bereits den Begriff des„Arabischen Kalten Krieges“ geprägt. Doch anders als im Ost-West-Konflikt sind einerseits die innenpolitischen Strukturen vieler Staaten der Region zu fragil und andererseits die außenpolitischen Handlungsstränge der meisten Länder zu komplex und teils opportunistisch, um eindeutige Blockbildungen für längere Zeit feststellen zu können. Das wahhabitische SaudiArabien an der Seite Ägyptens und des Palästinenser-Präsidenten Mahmud Abbas und auf der anderen Seite das säkular verfasste 1
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Der Gaza-Krieg und seine Folgen : Realpolitik in einer verunsicherten Nachbarschaft ; Analysen ausgewählter FES-Büros in der Nahost-Region
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