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Von der improvisierten zur geglückten Demokratie : Deutschlands schwieriger Weg im 20. Jahrhundert
Entstehung
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12 rium für eineÜbergangszeit sein. Doch 1990, nachdem sich das Grundgesetz seit 40 Jahren bewährt und es sich herausge­stellt hatte, dass es eine veritable Verfassung war, die zu rühmen sich die Deutschen nicht zu scheuen brauchen, hätte es dem wiedervereinigten Land gut zu Gesicht gestanden, dem Volke diese Verfassung zur Abstimmung vorzulegen. 1918/19 1989: Revolution Die Grundlage der Republik von Weimar war der Kompromiss zwischen den gemäßigten Teilen der Arbeiterschaft und den gemäßigten Teilen des Bürgertums. Ohne diesen Kompromiss hätte es Weimar als parlamentarische Demokratie gar nicht ge­geben. Dass es 1918/19 zu einergebremsten Revolution kam, lag von Anfang an auch darin begründet. Außerdem ließ sich in einem hoch industrialisierten Land, das zudem gerade eine ver­heerende Weltkriegsniederlage erlitt und auseinander zu bersten drohte, nur schwer eine Revolution forcieren, die sämtliche Kontinuitäten zerbrach und Funktionseliten in die Wüste schick­te. Angst vor Chaos und Bürgerkrieg sowie strukturelle unddeologische Hypotheken begrenzten die Revolution 1918/19. Es waren die objektiven Überforderungen der freiheitlichen Kräfte in Deutschland, die der Revolution ihr Gepräge gaben, und we­niger subjektives Versagen der Akteure, das allerdings zwei­felsohne dazukam. Das, was 1989 in der DDR stattgefunden hat, war ein drama­tischer Prozess der Selbstbefreiung. Jürgen Habermas hat ihm das Etikett von dernachholenden Revolution verliehen: Nachholen will man, was den westlichen Teil Deutschlands vom östlichen vier Jahrzehnte getrennt hat die politisch glück­lichere und ökonomisch erfolgreichere Entwicklung. Dieser Prozess ging einher mit der Wiederherstellung der Zivilgesell­schaft, die von der SED vierzig Jahre lange verhindert worden war. Wenn sie zuvor eingefordert worden war wie beim Volksaufstand des 17. Juni 1953, eine weitere vergebliche Re-