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Von der improvisierten zur geglückten Demokratie : Deutschlands schwieriger Weg im 20. Jahrhundert
Entstehung
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17 bleibt, wird fraglich. Während nämlich Westeuropäer das nor­mative Axiom der Singularität des rassistischen Holocausts nach wie vor herausstellen und aus dem Leiden der Weltkriege den Versuch politischer(westeuropäischer) Integration ableiten, sehen viele Osteuropäer die Vergangenheit anders. Sie sind mit der Aufarbeitung des anderen, auf Klassenbasis verübten Un­rechts beschäftigt; vor allem daraus rechtfertigen sie ihre natio­nale Unabhängigkeit. 1939 1969: Krieg und Frieden Bis 1945 war Europa der am meisten blutgetränkte Kontinent, war es das Schlachtfeld der Weltgeschichte. Ob und wie dieser Kontinent der Gewalt zur Ruhe kommen würde, hing entschei­dend von den Deutschen ab. Als Mobilisierungs- und Kriegs­staat hatte das nationalsozialistische Regime seit 1939 untrenn­bar Raumeroberung und Rassenvernichtung miteinander ver­knüpft und den totalen Krieg bis zum bitteren Ende, bis zur tota­len Niederlage geführt. Die Bejahung des Krieges und der Wille zum Krieg waren immanente Bestandteile der nationalsozialisti­schenWeltanschauung. So hat der Nationalsozialismus den Krieg nicht allein in das Kalkül seiner Politik einbezogen wie das Deutsche Kaiserreich vor 1914, sondern der Krieg war als fester Bestandteil der NS-Politik eingeplant, und Judentum und Bolschewismus wurden zum identischen Gegner erklärt. Die Führung der Wehrmacht folgte dem bereitwillig und nur gele­gentlich zweifelnd. Der Leitende Historiker des vom bundes­deutschen Verteidigungsministerium unterhaltenen Militärge­schichtlichen Forschungsamtes, Manfred Messerschmidt, fasste die Erkenntnisse vor rund dreißig Jahren folgendermaßen zu­sammen:So muss der Krieg gegen die Sowjetunion, ein An­griffskrieg, wie alle andern deutschen kriegerischen Unterneh­mungen seit 1939, über den allgemeinen Unrechtsgehalt hinaus als ein von der Wehrmacht-, Heeres-, Luftwaffen- und Marine­führung mitgeplantes Ereignis gewertet werden, das den absolu­ten Tiefpunkt der deutschen Militärgeschichte darstellt.