22 ligt waren. Sicherlich war es das Verdienst von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer, dass Deutschland sich heute im Konzert der Staaten und Mächte beteiligt – und zwar nach Maßgabe seiner eigenen Interessen und Geschichte. Auch wenn die Bundesrepublik heute größere internationale Verantwortung als jemals in ihrer Geschichte trägt und militärisch nicht mehr beiseite steht, so ist sie doch die treibende Kraft bei der Verrechtlichung der internationalen Beziehungen, der„global governance“. Dies ist das friedenspolitische Erbe der „alten“ Bundesrepublik. Gewaltprävention und Konfliktvermeidung werden auch die Grundpfeiler kluger Politik in der Zukunft sein müssen. 1929 – 1979 – 2009: Wirtschaftskrisen Kaum etwas hat das Leben der Menschen in den Industrienationen in den letzten hundert Jahren so stark verändert wie die Wohlstandsexplosion, die neuen Konsummöglichkeiten und die technologische Modernisierung; und kaum etwas hat Staaten und Gesellschaften in größere Krisen gestürzt als ein Rückgang des wirtschaftlichen Wachstums. Die galoppierende Inflation von 1923, die in eine Hyperinflation überging und für Millionen Deutsche eine faktische Enteignung bedeutete, war ein Generationen übergreifendes Trauma. Dass es nach dem„Dritten Reich“, welches eine Wirtschaft auf Pump betrieben hatte, und nach dem Zweiten Weltkrieg ähnlich würde, davon musste man ausgehen. Dass es anders kam, erschien vielen wie ein Wunder, ein„Wirtschaftswunder“. In der Währungsreform von 1948 sahen die meisten Deutschen die eigentliche Gründung der Bundesrepublik. Als Hüterin der Währung agierte die Bundesbank, sie setzte auf eine fast absolute Preisstabilität und mied die Inflation wie der Teufel das Weihwasser. Ausländische Beobachter belächelten oder kritisierten dies oft und spotteten über den „Bundesbunker“.
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Von der improvisierten zur geglückten Demokratie : Deutschlands schwieriger Weg im 20. Jahrhundert
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