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Demokratievertrauen in Krisenzeiten : wie blicken die Menschen in Deutschland auf Politik, Institutionen und Gesellschaft?
Entstehung
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FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG DEMOKRATIEVERTRAUEN IN KRISENZEITEN 28 Abbildung 17 WISSENSCHAFTSVERTRAUEN(in%) 2,7 100 90 16,7 80 70 60 50 55,9 40 30 20 10 24,7 0 Wissenschaft n= 1.611/837 Quelle: Umfrage FES/Universität Bonn 2022 2,4 18,4 63,2 16 Universitäten und andere Forschungseinrichtungen großes Vertrauen wenig Vertrauen sehr großes Vertrauen gar kein Vertrauen MEHR VERTRAUEN IN GEWERKSCHAFTEN ALS IN ARBEITGEBER_INNENVERBÄNDE Institutionenvertrauen nach Wahlverhalten Anhänger_innen der verschiedenen Parteien nehmen po­litische Institutionen umso unterschiedlicher wahr, je par­teilicher diese erscheinen. Am stärksten ist dies bei der Regierung der Fall, die im Unterschied zum Bundestag nur einen Teil des politischen Spektrums widerspiegelt. Anhänger_innen der Regierungsparteien halten die Re­gierung darum für vertrauenswürdiger als jene von Op­positionsparteien oder Nichtwähler_innen. 2019 war der Ausreißer hier der Anhang der SPD, der trotz deren Machtteilhabe kein großes Vertrauen in die Regierung hatte. 2022 hadern mit der Regierung nicht sozialdemo­kratische(62 Prozent Vertrauen), sondern liberale Wäh­ler_innen(39 Prozent), die damit nicht nur hinter der Unionswähler_innenschaft(44 Prozent), sondern auch hinter den hohen eigenen Wert von 2019 zurückfallen, als man in der Opposition war. Mit Abstand am zufrie­densten zeigen sich die Grünen-Wähler_innen(78 Pro­zent). Das Vertrauen der AfD-Wähler_innenschaft ver­bleibt bei fünf Prozent, zu zwei Dritteln vertraut sie der Regierung gar nicht. Die Vertrauenswerte für den Bun­destag weichen von denen für die Regierung diesmal kaum ab. In Bezug auf das Bundesverfassungsgericht besteht ein größerer Vertrauenskonsens, allerdings mit etwas weite­rer Spreizung als 2019 bei der FormulierungJustiz und Gerichten. Unions- und FDP-Wähler_innen vertrauen Karlsruhenur zu 75 Prozent, bei den Unterstützer_in­nen der SPD sind es 86, bei jenen der Grünen sogar 93 Prozent. Dies und der hohe, mit Union und FDP fast gleichauf liegende Anteil der Linken-Wähler_innen, die Karlsruhe vertrauen, dürften auch durch die jüngere Spruchpraxis des Gerichts, vor allem sein Urteil zum Kli­maschutzgesetz, zu erklären sein. Umgekehrt könnte für das geringe Vertrauen des AfD-Anhangs(24 Prozent) das Urteil zur Bundesnotbremse in der Coronakrise eine Rolle gespielt haben. Auch beim Verhältnis zur EU-Kommission zeigen sich parteipolitische Muster, die auf den ersten Blick aller­dings ungewöhnlich anmuten: Die Wähler_innen der Grünen, deren Europapartei gar nicht in der Kommission vertreten ist, vertrauen der Kommission mit Abstand am häufigsten(59 Prozent), gefolgt von jenen der SPD (41 Prozent). Der Unionsanhang liegt mit 32 Prozent Ver­trauen sogar noch leicht hinter jenem der Linken ob­wohl die Kommissionspräsidentin aus dem eigenen poli­tischenStall kommt. Noch dahinter liegen die Anhän­ger_innen der FDP(28 Prozent) und abermals mit deut­lichem Abstand jene der AfD(sechs Prozent). Die Erklärung könnte unter anderem im ökologisch grun­dierten Corona-AufbauprogrammNext Generation EU der Kommission liegen. Auch den(öffentlich-rechtlichen) Medien wird oft ein eher linkes Profil unterstellt(vgl. etwa Benedikter 2022). Vorn liegen bei den Vertrauenswerten wiederum die Wähler_innen der Grünen(66,2 Prozent), gefolgt von je­nen der SPD(41 Prozent), der Linken(42 Prozent), der Union(40 Prozent) und der FDP(32,5 Prozent). Mit Ab­stand am geringsten ist auch hier das Vertrauen der AfD­Anhänger_innen(zwölf Prozent und damit unverändert gegenüber 2019). AFD-ANHÄNGER_INNEN MISSTRAUEN (ÖFFENTLICH-RECHTLICHEN) MEDIEN STARK